- EUR/USD könnte fallen, da der US-Dollar aufgrund der Unsicherheit rund um die Spannungen im Nahen Osten an Boden gewinnen könnte.
- Die USA und der Iran haben die Feindseligkeiten im Golf vorübergehend ausgesetzt, um die Gespräche über die Straße von Hormus nach mehreren Tagen von Vergeltungsschlägen wieder aufzunehmen.
- Die Commerzbank erwartet eine letzte Zinserhöhung der EZB im September, da quantitative Modelle trotz sinkender Öl- und Gaspreise eine hartnäckige Inflation zeigen.
Das Paar EUR/USD hält sein Aufwärtsmomentum zum dritten Mal in Folge aufrecht und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Montag nahe 1,1390. Trotz dieser positiven Entwicklung könnten die Gewinne des Euro (EUR) auf Gegenwind stoßen, wenn geopolitische Unsicherheit eine Flucht in sichere Häfen auslöst und den US-Dollar (USD) stärkt. Die Marktteilnehmer bleiben angesichts der sich entwickelnden Schlagzeilen aus dem Nahen Osten äußerst sensibel, während sie die Stabilität der Region und deren breitere Auswirkungen auf die globale Risikostimmung bewerten.
Der geopolitische Hauptfokus liegt auf der volatilen Situation zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und dem Iran. Laut einem Reuters-Bericht vom Sonntag haben die beiden Nationen zugestimmt, die jüngsten Feindseligkeiten im Golf vorübergehend auszusetzen und die Gespräche über ihren andauernden Streit um die Straße von Hormus wieder aufzunehmen. Diese diplomatische Öffnung folgt auf mehrere Tage von Vergeltungsschlägen, die am Donnerstag ausgelöst wurden, als ein iranisches Projektil ein Frachtschiff traf, woraufhin sowohl Washington als auch Teheran sich gegenseitig beschuldigten, einen zuvor am 17. Juni vereinbarten vorläufigen Waffenstillstand verletzt zu haben. Offizielle Delegationen beider Länder sollen sich am Dienstag in Katar treffen, um eine Beendigung des Konflikts zu verhandeln.
Unterdessen wägen Devisenhändler die sich ändernden geldpolitischen Erwartungen an die Europäische Zentralbank (EZB) vor dem Hintergrund sinkender Energiepreise ab, die dazu beigetragen haben, unmittelbare Inflationsängste zu dämpfen.
Die Analysten der Commerzbank erwarten jedoch weiterhin, dass die Zentralbank im September eine letzte Zinserhöhung vornimmt. Ihren quantitativen Modellen zufolge wird trotz des Rückgangs der Öl- und Gaspreise die zugrunde liegende Inflation voraussichtlich bis zum Jahresende nahe bei 3 % bleiben, da erwartet wird, dass Unternehmen ihre angesammelten, höheren Betriebskosten schrittweise an die Verbraucher weitergeben.
Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.
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