• EUR/USD schwächt sich nach dem Nonfarm Payrolls-Bericht für Juni, der einen widerstandsfähigen US-Arbeitsmarkt hervorhebt, was den Druck auf die Fed verringert, die Zinsen im Juli zu senken.
  • US-Renditen boten Unterstützung für den Greenback vor dem Unabhängigkeitstag am Freitag, was die Liquidität und Volatilität beeinflussen könnte.
  • EUR/USD sieht sich kurzfristigem Widerstand bei der psychologisch wichtigen Marke von 1,1800 gegenüber.

Der Euro (EUR) schwächt sich am Donnerstag während der amerikanischen Sitzung gegenüber dem US-Dollar (USD), nachdem eine Reihe von US-Wirtschaftsdaten dem Greenback etwas Erleichterung verschafft hat.

Nachdem der Kurs am Dienstag auf ein Mehrjahreshoch von 1,1830 gestiegen war, sieht sich die Aufwärtsbewegung Widerstand gegenüber, da EUR/USD zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts unter 1,1800 handelt.

Der Fokus des Marktes am Donnerstag lag auf der Veröffentlichung von Beschäftigungsdaten aus den Vereinigten Staaten. Während die Anleger weiterhin nach Hinweisen suchten, wann die Federal Reserve (Fed) mit Zinssenkungen beginnen könnte, richtete sich die Aufmerksamkeit auf den Nonfarm Payrolls (NFP) Bericht für Juni.

Die Hauptzahl der NFP zeigte, dass im Juni 147.000 Arbeitsplätze zur US-Wirtschaft hinzugefügt wurden, was über den Erwartungen der Analysten von 110.000 liegt und den 144.000 neu geschaffenen Arbeitsplätzen im Mai entspricht. Die Arbeitslosenquote fiel von 4,2% auf 4,1% und das Lohnwachstum blieb stabil.

Zusätzliche Kennzahlen wie die Arbeitslosenquote, die Erwerbsbeteiligung und Indikatoren für das Lohnwachstum, die wichtige Indikatoren sind, die die Federal Reserve genau beobachtet, um Inflationstrends zu bewerten, sind ebenfalls im Bericht enthalten.

Ein widerstandsfähiger Arbeitsmarkt verringert den Druck auf die Fed, die Zinssätze zu senken, was zu einer moderaten Erholung der US-Renditen geführt hat und den Dollar unterstützt.

EUR/USD sieht sich kurzfristigem Widerstand bei 1,1800 gegenüber

Das Währungspaar EUR/USD zeigt ein starkes bullisches Momentum und ist kürzlich auf ein Hoch von 1,1830 gestiegen. Ein Test dieses Niveaus hat einige Gewinnmitnahmen ausgelöst, die das Paar wieder unter die aktuelle psychologische Widerstandszone bei 1,1800 gedrückt haben.

Trotz dieser Korrektur bleibt der Preis über dem 10-Tage- und 20-Tage-Simple Moving Average (SMA), die derzeit Unterstützung bei etwa 1,1695 bzw. 1,1592 bieten. Beide Durchschnitte zeigen einen Aufwärtstrend, was auf anhaltende Stärke im kurzfristigen und mittelfristigen Bereich hinweist und die breitere bullische Struktur verstärkt.

EUR/USD Tages-Chart


Der Relative Strength Index (RSI) liegt derzeit bei etwa 68, knapp unter dem überkauften Bereich, was auf starkes Momentum hinweist, aber auch auf das Potenzial für eine kurze Konsolidierung oder einen Rückgang hindeutet.

In einem bullischen Szenario, wenn das Paar über dem Unterstützungsniveau von 1,1695 bleibt und wieder Aufwärtsmomentum gewinnt, könnte ein erneuter Test und ein potenzieller Ausbruch über 1,1830 folgen.

Arbeitsmarkt - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Arbeitsmarkt gilt als entscheidender Indikator für die wirtschaftliche Stabilität eines Landes und beeinflusst maßgeblich den Wert einer Währung. Hohe Beschäftigung und geringe Arbeitslosigkeit tragen zu einer starken Binnennachfrage bei und stützen das Wirtschaftswachstum, was wiederum die Landeswährung stärkt. Ein besonders angespannter Arbeitsmarkt – also ein Mangel an Arbeitskräften – kann zudem inflationsfördernd wirken, da steigende Löhne bei knappen Arbeitskräften oft die Folge sind, was die Geldpolitik beeinflusst.

Das Lohnwachstum in einer Volkswirtschaft ist ein entscheidender Indikator für die Geldpolitik. Steigende Löhne bedeuten mehr Konsumausgaben, was in der Regel die Preise antreibt. Im Gegensatz zu volatilen Preistreibern wie Energie gilt das Lohnwachstum als stabiler Inflationsfaktor, da Gehaltserhöhungen schwer zurückgenommen werden können. Zentralbanken achten daher stark auf Lohnwachstumsdaten bei der Festlegung ihrer geldpolitischen Maßnahmen.

Das Gewicht, das Zentralbanken den Arbeitsmarktbedingungen beimessen, variiert je nach ihren Zielen. Einige Institutionen haben explizit erweiterte Mandate, die über die reine Inflationskontrolle hinausgehen und den Arbeitsmarkt betreffen. So verfolgt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das doppelte Ziel, sowohl maximale Beschäftigung als auch stabile Preise zu fördern. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die Europäische Zentralbank (EZB) ausschließlich darauf, die Inflation im Zaum zu halten. Dennoch spielen die Entwicklungen am Arbeitsmarkt für alle Notenbanken eine zentrale Rolle, da sie ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesamtlage sind und in enger Verbindung mit der Inflationsentwicklung stehen.

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