• EUR/USD steigt trotz erhöhter Zuflüsse in sichere Häfen im Zusammenhang mit der Unsicherheit über die USA-Grönland.
  • Präsident Trump sagt, dass Zölle auf acht europäische Länder erhoben werden, die seinem Grönland-Vorschlag widersprechen.
  • Der US-Dollar könnte Boden gutmachen, da starke Arbeitsmarktdaten die Erwartungen an Zinssenkungen der Fed bis Juni verzögern.

EUR/USD gewinnt nach vier Tagen mit Verlusten an Boden und handelt während der asiatischen Handelsstunden am Montag bei etwa 1,1630. Der Aufwärtstrend im risikosensiblen Paar könnte angesichts der steigenden Nachfrage nach sicheren Häfen, die durch die eskalierende Unsicherheit rund um das Thema USA-Grönland ausgelöst wird, begrenzt bleiben.

Nach Angaben von Bloomberg sagte US-Präsident Donald Trump am Samstag, dass er Zölle auf acht europäische Länder erheben werde, die seinem Vorschlag zur Übernahme Grönlands widersprechen. Trump erklärte, dass ein Zoll von 10 % auf Waren aus den EU-Mitgliedstaaten Dänemark, Schweden, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Finnland sowie Großbritannien und Norwegen ab dem 1. Februar erhoben wird, bis die USA die Erlaubnis erhalten, Grönland zu kaufen.

In der Zwischenzeit erzielten die Botschafter der Europäischen Union am Sonntag eine breite Einigung, um die Bemühungen zu verstärken, Trump von der Umsetzung der Zölle abzuhalten, während sie auch Vergeltungsmaßnahmen vorbereiteten, falls die Abgaben in Kraft treten sollten.

Der US-Dollar (USD) könnte gegenüber seinen wichtigsten Konkurrenten Boden gutmachen, da stärkere US-Arbeitsmarktdaten die Erwartungen an weitere Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) bis Juni nach hinten verschoben haben. Fed-Beamte haben signalisiert, dass es wenig Dringlichkeit gibt, die Politik weiter zu lockern, bis es klarere Beweise dafür gibt, dass sich die Inflation nachhaltig in Richtung des 2%-Ziels bewegt.

In der Zwischenzeit haben Analysten von Morgan Stanley ihre Prognose für 2026 überarbeitet und erwarten nun eine Zinssenkung im Juni, gefolgt von einer weiteren im September, im Vergleich zu ihrer vorherigen Erwartung von Senkungen im Januar und April.

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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