• EUR/USD steigt auf Vier-Monats-Hochs, während der US-Dollar unter Druck bleibt.
  • Politisches Risiko, Handelskonflikte und politische Unsicherheit belasten den Greenback.
  • Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die Fed-Entscheidung und wichtige Daten aus der Eurozone später in dieser Woche.

Der Euro (EUR) konsolidiert am Montag seine Gewinne gegenüber dem US-Dollar (USD), da der Greenback weiterhin unter breitem Verkaufsdruck steht, angesichts steigender wirtschaftlicher und politischer Bedenken in den Vereinigten Staaten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt EUR/USD bei etwa 1,1886 und hält sich nahe seinem höchsten Stand seit dem 17. September.

Die erneute Nachfrage nach dem Euro kommt, da die Unsicherheit über die aggressive Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump, die wiederholte Nutzung von Zöllen als wirtschaftliche Waffe und die Einmischung in die Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed) das wirtschaftliche Ansehen der Vereinigten Staaten untergraben.

Vor diesem Hintergrund drehen die Händler sich vom US-Dollar ab und bevorzugen andere G10-Währungen, was das schwindende Vertrauen in die Rolle des Greenback als dominierende Reservewährung der Welt widerspiegelt.

Politische Risiken stehen ebenfalls wieder im Fokus. Ängste vor einem weiteren Shutdown der US-Regierung sind aufgekommen, nachdem die Senate-Demokraten versprochen haben, ein wichtiges Finanzierungsprojekt zu blockieren, während die Gesetzgeber eine Frist bis zum 30. Januar haben.

Der US-Dollar-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, handelt bei etwa 96,97 und rutscht auf Vier-Monats-Tiefs.

Die Schwäche des Dollars wurde durch eine deutliche Erholung des japanischen Yen (JPY) verstärkt, nachdem Berichte aufgetaucht sind, dass die New Yorker Fed einen "Zinscheck" bei USD/JPY im Auftrag des US-Finanzministeriums durchgeführt hat, was Spekulationen über mögliche koordinierte Interventionen anheizte.

In der Zwischenzeit trugen die am frühen Tag veröffentlichten US-Daten wenig zur Unterstützung des US-Dollars bei. Die Aufträge für langlebige Güter stiegen im November um 5,3%, was deutlich über den Markterwartungen von 0,5% liegt und den Rückgang von -2,1% im Oktober umkehrt.

Die Bestellungen langlebiger Güter ohne Verteidigung stiegen um 6,6%, während die Bestellungen ohne Transport um 0,5% zunahmen und die Prognosen von 0,3% übertrafen, nachdem sie im Oktober um 0,1% gestiegen waren. Die Bestellungen für Investitionsgüter ohne Verteidigung und ohne Flugzeuge stiegen um 0,7% nach einem Anstieg von 0,3% im Oktober.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Zinsentscheidung der Federal Reserve am Mittwoch. Die Märkte erwarten allgemein, dass die Zentralbank die Zinssätze unverändert lässt, wobei der Fokus auf der Pressekonferenz von Vorsitzendem Jerome Powell liegt, um neue Hinweise zur geldpolitischen Ausrichtung zu erhalten.

In der Eurozone beobachten die Händler die Daten zum Geschäftsklima, Verbrauchervertrauen und den wirtschaftlichen Stimmungsindikator für Januar, die am Donnerstag veröffentlicht werden, gefolgt von der vorläufigen Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das vierte Quartal am Freitag.

Fed - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.

Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.

In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.

Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.

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