- EUR/USD weitet die Rallye auf etwa 1,1615 im asiatischen Handel am Dienstag aus.
- Die US-Industrie schrumpfte im November zum neunten Mal in Folge, was den US-Dollar untergräbt.
- Händler warten am Dienstag auf die Schnellschätzung des Eurozone HICP.
Das Paar EUR/USD erweitert seinen Aufwärtstrend auf fast 1,1615 während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag. Der US-Dollar (USD) schwächt sich gegenüber dem Euro (EUR) ab, da schwächer als erwartete US-EMI-Daten Druck auf die Federal Reserve (Fed) ausüben, die Zinssätze später in diesem Monat zu senken.
Die am Montag vom Institute for Supply Management (ISM) veröffentlichten Daten zeigten, dass die US-Industrie im November zum neunten Mal in Folge schrumpfte, wobei der EMI für das verarbeitende Gewerbe im November auf 48,2 von 48,7 im Oktober fiel. Diese Zahl fiel schlechter aus als die Schätzung von 48,6.
Nach den schwächeren US-Wirtschaftsdaten rechnen die Händler von Fed-Funds-Futures nun mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 87% für eine Senkung am Ende der Sitzung der Fed am 9.-10. Dezember, ein Anstieg von 71% vor einer Woche, so das CME FedWatch Tool.
Die Gemeinschaftswährung erhält Unterstützung durch die wachsende Akzeptanz, dass die Europäische Zentralbank (EZB) mit den Zinssenkungen abgeschlossen hat. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte letzte Woche, dass die Kreditkosten auf dem "richtigen Niveau" seien. In der Zwischenzeit bemerkte das Mitglied des EZB-Direktoriums, Joachim Nagel, dass er mit den geldpolitischen Rahmenbedingungen zufrieden sei.
Die vorläufige Schätzung des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HICP) aus der Eurozone wird später am Dienstag genau beobachtet. Es wird erwartet, dass der HICP im November um 2,1% im Jahresvergleich steigt, während der Kern-HICP während desselben Zeitraums auf 2,5% steigen soll. Jegliche Anzeichen für eine schwächere Inflation in der Eurozone könnten den Euro gegenüber dem Greenback kurzfristig belasten.
Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.
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