- Der Euro gibt intraday Gewinne zurück, während der US-Dollar durch positive US-Daten gestützt bleibt.
- Die Märkte sehen Spielraum für die Fed, in naher Zukunft abzuwarten, was den Dollar unterstützt.
- Bärische technische Signale setzen weiterhin Grenzen für Erholungsversuche im EUR/USD.
Der Euro (EUR) fällt am Freitag gegenüber dem US-Dollar (USD) und gibt intraday Gewinne auf, da die erneute Nachfrage nach dem Greenback das Paar in der Defensive hält. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt EUR/USD flach nahe 1,1600, nachdem es kurzzeitig auf den niedrigsten Stand seit dem 28. November gefallen ist.
Der US-Dollar erhält Unterstützung von stärker als erwarteten US-Wirtschaftsdaten, die die Ansicht verstärkt haben, dass die Federal Reserve (Fed) es sich leisten kann, in naher Zukunft keine Zinssenkungen vorzunehmen.
Zusätzlich unterstützt durch Kommentare von Kevin Hassett, dem Direktor des National Economic Council des Weißen Hauses, wurden die Bedenken der Investoren über die jüngsten politischen Störungen rund um die Fed gemildert. In einem Gespräch mit dem Fox Business Network sagte Hassett, er erwarte, dass "hier nichts zu sehen ist" und fügte hinzu, dass er glaubt, die von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell genannten Kostenüberschreitungen mit Faktoren wie Asbest in Verbindung stehen.

Aus technischer Sicht bleibt EUR/USD unter anhaltendem Verkaufsdruck und fällt unter seine wichtigen gleitenden Durchschnitte auf dem Tages-Chart. Das Paar handelt unter dem 21-Tage-SMA nahe 1,1707 sowie den 50-Tage- und 100-Tage-SMAs, die sich um 1,1660-1,1665 gruppieren, was eine bärische Struktur verstärkt und starken dynamischen Widerstand signalisiert.
Momentum-Indikatoren begünstigen ebenfalls die Verkäufer. Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) bleibt unter der Signallinie und im negativen Bereich, während ein flaches negatives Histogramm auf anhaltendes bärisches Momentum hinweist. Der Relative Strength Index (RSI) schwebt nahe 34 und spiegelt schwaches Kaufinteresse wider, was das Paar in der Nähe überverkaufter Bedingungen hält.
Auf der Abwärtsseite fungiert die Zone von 1,1585-1,1600 als unmittelbare Unterstützung. Ein klarer Durchbruch unterhalb dieses Bereichs könnte die Tür zu 1,1550 öffnen, gefolgt von der psychologischen Marke von 1,1500.
Auf der Oberseite dürfte jeder korrigierende Rebound auf starken Widerstand nahe 1,1660-1,1700 stoßen, wo sich die 50-Tage-, 100-Tage- und 21-Tage-SMAs kreuzen. Nur ein täglicher Schlusskurs über dieser Konfluenzzone würde den kurzfristigen bärischen Druck verringern und eine tiefere Erholung ermöglichen.
Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.
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Das sollten Sie am Freitag, den 16. Januar, im Blick behalten:
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