Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat vergangene Woche die Datenabhängigkeit künftiger Zinsentscheidungen betont. Natürlich stehen die Inflationsdaten an erster Stelle, bemerkt Antje Praefcke, Devisenstrategin bei der Commerzbank.

Märkte brauchen klare Signale für Zinssenkungen

"Einige Ratsmitglieder haben sich in den vergangenen Wochen besorgt über die Wachstumsaussichten geäußert. Nächste Woche Dienstag werden wir mit den BIP-Daten für das zweite Quartal einen Blick in den Rückspiegel werfen. Wichtiger ist jedoch der Blick nach vorn. Immerhin dürfte die Belastung der Wirtschaft durch höhere Zinsen spürbar nachlassen, und die Stimmungsindikatoren haben sich zu Jahresbeginn verbessert.

"Allerdings hat der Einkaufsmanagerindex für Juni einen herben Rückschlag erlitten. Daher dürfte der Einkaufsmanagerindex für Juli heute daraufhin untersucht werden, ob es Anzeichen für eine Erholung gibt und wenn ja, wie lange diese anhalten wird. Ein erneuter Rückgang würde Zweifel an einer schnellen Erholung nähren und den Euro belasten. Steigen die Indikatoren wieder an, würde dies darauf hindeuten, dass die Rückgänge im Juni ein Ausrutscher waren und die Erholung tatsächlich unmittelbar bevorsteht."

"In diesem Fall dürfte der Euro profitieren. Es ist aber auch gut möglich, dass die Indikatoren weder Fisch noch Fleisch sind und keine klaren Hinweise liefern. In diesem Fall wäre der Markt vorerst ratlos und würde sich umso mehr auf die nächsten Daten stürzen (wie z.B. die Inflationszahlen für Juli nächste Woche)".

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