• EUR/USD versucht sich über der Marke von 1,0700 zu halten, da der US-Dollar vor wichtigen Wirtschaftsereignissen nachgibt.
  • Die EZB scheint bereit zu sein, im Juni mit der Senkung der Leitzinsen zu beginnen.
  • Der Verbraucherpreisindex für die Eurozone, das BIP für das erste Quartal und der Ausblick der Fed werden im Mittelpunkt des Interesses stehen.

EUR/USD notiert im frühen New Yorker Handel am Montag über der Widerstandsmarke von 1,0700. Das Währungspaar hält an seinen Gewinnen fest, bevor am Dienstag wichtige Wirtschaftsindikatoren aus der Eurozone wie das vorläufige Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das erste Quartal und der Verbraucherpreisindex (CPI) für April veröffentlicht werden. 

Die Wirtschaftsdaten der Eurozone werden die Spekulationen über eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflussen. Derzeit gehen die Anleger davon aus, dass die EZB ihren Hauptrefinanzierungssatz ab der Juni-Sitzung senken wird, da die politischen Entscheidungsträger dies für angemessen halten.

Letzte Woche sagte François Villeroy de Galhau, Gouverneur der Banque de France und Mitglied des EZB-Rats, dass man nicht mehr lange warten müsse, um die Zinsen zu senken, wenn andere Faktoren konstant blieben. Villeroy geht davon aus, dass die Energiepreise trotz der Spannungen im Nahen Osten wahrscheinlich nicht weiter steigen werden und daher die Pläne der EZB, ab Juni mit Zinssenkungen zu beginnen, nicht beeinträchtigen dürften.

Während eine Zinssenkung auf der Juni-Sitzung allgemein erwartet wird, besteht Unsicherheit darüber, ob die EZB ihren Zinssenkungszyklus verlängern wird. Die EZB-Politiker sind diesbezüglich geteilter Meinung, wie Villeroy letzte Woche sagte: „Der Zinssenkung im Juni sollten weitere Zinssenkungen folgen, und zwar in einem pragmatischen Tempo“. Im Gegensatz dazu sagte EZB-Politiker und Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel letzte Woche, dass auf die Zinssenkung im Juni nicht unbedingt eine Serie von Zinssenkungen folgen müsse. Nagel ist weiterhin besorgt über eine höhere Dienstleistungsinflation aufgrund des starken Lohnwachstums. Er ist nicht ganz davon überzeugt, dass die Inflation tatsächlich rechtzeitig und nachhaltig auf den Zielwert zurückkehren wird. 

Die vorläufigen deutschen Inflationsdaten für April zeigen unterdessen weiterhin ein gemischtes Bild. Der jährliche Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) stieg mit 2,4 % stärker als erwartet, nachdem zuvor 2,3 % gemeldet worden waren. Der monatliche HVPI stieg kontinuierlich um 0,6 %. Der jährliche Kern-VPI, der die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, stieg stetig um 2,2 %, während die Ökonomen einen höheren Anstieg der Kerninflation von 2,3 % erwartet hatten. Der monatliche Kern-VPI stieg um 0,5 % und lag damit unter den Schätzungen von 0,6 %.

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