• EUR/USD stärkt sich auf fast 1,1775 im frühen asiatischen Handel am Montag. 
  • Wachsende Erwartungen, dass die Fed im frühen Jahr 2026 Zinssenkungen umsetzen wird, belasten den US-Dollar. 
  • Geldmärkte rechnen nur mit einer begrenzten Chance auf eine Zinssenkung der EZB im frühen Jahr 2026. 

Das Paar EUR/USD handelt im frühen asiatischen Handel am Montag im positiven Bereich um 1,1775. Die Aussicht auf eine Zinssenkung durch die US-Notenbank (Fed) im Jahr 2026 belastet den US-Dollar (USD) gegenüber dem Euro (EUR). Die Märkte bereiten sich darauf vor, dass US-Präsident Donald Trump einen neuen Fed-Vorsitzenden nominieren wird, um Jerome Powell zu ersetzen, dessen Amtszeit im Mai endet. Später am Montag wird der Bericht über die ausstehenden Hausverkäufe in den USA für November veröffentlicht. 

Die US-Notenbank senkte den Leitzins im Dezember um 25 Basispunkte (bps) auf eine Zielspanne von 3,50%-3,75%. Die Fed hat im Jahr 2025 insgesamt 75 bps an Zinssenkungen vorgenommen, während der Arbeitsmarkt sich abkühlt und die Inflation leicht erhöht bleibt. Die Märkte rechnen auch mit zwei weiteren Zinssenkungen im nächsten Jahr, die den Greenback belasten und dem wichtigen Paar Rückenwind verleihen könnten. 

Die Möglichkeit, dass ein neuer Fed-Vorsitzender, der Jerome Powell ersetzt, im nächsten Jahr die Zinsen senken könnte, könnte zum Abwärtsdruck auf den USD beitragen. Trump sagte, dass er erwartet, dass der nächste Fed-Vorsitzende die Zinsen niedrig hält und niemals mit ihm "nicht einverstanden" ist.

Jenseits des großen Teichs hielt die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang dieses Monats die Zinsen stabil und signalisierte, dass sie voraussichtlich für einige Zeit so bleiben werden. EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte fest, dass die Zentralbank aufgrund hoher Unsicherheit keine Prognosen zu zukünftigen Zinsschritten abgeben kann und einen datengestützten, sitzungsbasierten Ansatz betont. 

Die Geldmärkte haben eine Zinssenkung um 25 bps durch die EZB im Februar 2026 eingepreist, die derzeit unter 10% bleibt. Signale, dass der Zinssenkungszyklus der EZB zu Ende geht, könnten die Gemeinschaftswährung kurzfristig stützen. 

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.


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