• EUR/USD fiel wieder unter 1,0800, da der bärische Pullback an Stärke gewinnt.
  • Uneinheitliche US-Daten haben die Angst vor einer möglichen Rezession in den USA wieder aufleben lassen.
  • Am Freitag wird der US-Arbeitsmarktbericht NFP veröffentlicht und die Aufmerksamkeit des Marktes wird sich auf die Beschäftigungszahlen richten.

Die EUR/USD-Paarung fiel am Donnerstag unter den Wert von 1,0800, nachdem ein schlecht ausgefallener US-Einkaufsmanagerindex (EMI) neue Befürchtungen über sich verschlechternde Wirtschaftsdaten aufkommen ließ, die auf ein mögliches Szenario einer harten Landung der US-Wirtschaft hindeuten.

Die europäischen Wirtschaftsdaten bleiben in der verbleibenden Handelswoche dünn gesät und es wird in der kommenden Woche kaum nennenswerte Veröffentlichungen aus der EU geben, während sich die Märkte auf den US-Arbeitsmarktbericht für Juli konzentrieren. Die Anleger hoffen auf einen moderaten Rückgang auf 175.000 neue US-Arbeitsplätze im Juli gegenüber 206.000 im Vormonat. Ein zu hoher Wert könnte die Hoffnungen auf eine Zinssenkung im September zunichte machen, während ein zu niedriger Wert die Befürchtungen verstärken würde, dass ein zu schneller Konjunkturrückgang die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnte.

Die Märkte balancieren auf einem sehr schmalen Grat, da schwächere Konjunkturdaten die Zinssenkungserwartungen weiter nach oben treiben. Laut dem FedWatch-Tool der CME gehen Händler davon aus, dass die Fed die Zinsen am 18. September mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % um mindestens einen Viertelpunkt und mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:5 um 50 Basispunkte senken wird. Auf der anderen Seite würde eine zu starke Abschwächung die Marktstimmung zerstören, da ein Szenario einer harten Landung der US-Wirtschaft jede Zinssenkung der Fed irrelevant machen würde. Die Anleger bewegen sich auf einem schwierigen Mittelweg: Sie hoffen auf Zinssenkungen aufgrund schwacher Daten, die aber nicht so schwach ausfallen dürfen, dass sie die US-Wirtschaft überrollen.

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA stiegen in der Woche zum 26. Juli von 235.000 in der Vorwoche auf 249.000 und übertrafen damit die Prognose von 236.000. Der ISM-Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe in den USA fiel im Juli auf ein Achtmonatstief von 46,8 von 48,5 in der Vorwoche und kehrte damit den prognostizierten Anstieg auf 48,8 vollständig um.

Auf der anderen Seite stieg der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Juli auf 52,9 von 52,1 und verfehlte damit den prognostizierten Rückgang auf 48,8, da die Inputpreise für das verarbeitende Gewerbe selbst bei rückläufiger Aktivität höher sind als vom Markt erwartet.

Konjunkturindikator

Nonfarm Payrolls

Die Veröffentlichung der Nonfarm Payrolls zeigt die Anzahl der im Vormonat in den USA neu geschaffenen Stellen in allen Unternehmen außerhalb der Landwirtschaft. Sie wird vom US Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlicht. Die monatlichen Veränderungen der Nonfarm Payrolls können sehr volatil sein. Die Zahl wird auch stark revidiert, was ebenfalls zu Volatilität am Devisenmarkt führen kann. Im Allgemeinen wird ein hoher Wert als bullish für den US-Dollar (USD) angesehen, während ein niedriger Wert als bearish gilt, obwohl die Bewertungen der Vormonate und die Arbeitslosenquote ebenso relevant sind wie die Schlagzeile. Die Marktreaktion hängt also davon ab, wie der Markt alle im BLS-Bericht enthaltenen Daten in ihrer Gesamtheit bewertet.


Nächste Veröffentlichung: Fr Aug 02, 2024 12:30

Periodizität: monatlich

Konsens: 175K

Vorherige: 206K

Quelle: US Bureau of Labor Statistics

Warum ist er für Händler wichtig?

Der monatliche US-Arbeitsmarktbericht gilt als wichtigster Konjunkturindikator für Devisenhändler. Er wird jeweils am ersten Freitag nach dem Berichtsmonat veröffentlicht. Die Veränderung der Zahl der Arbeitsplätze steht in engem Zusammenhang mit der allgemeinen Wirtschaftsleistung und wird von politischen Entscheidungsträgern beobachtet. Vollbeschäftigung ist eines der Mandate der US-Notenbank, die die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt bei der Festlegung ihrer Politik berücksichtigt, was sich auch auf die Währungen auswirkt. Trotz einer Reihe von Vorlaufindikatoren, die die Schätzungen beeinflussen, neigen die Nonfarm Payrolls dazu, die Märkte zu überraschen und erhebliche Volatilität auszulösen. Tatsächliche Zahlen, die über dem Konsens liegen, tendieren dazu, den USD zu stärken.

EUR/USD Technischer Ausblick

Die Abwärtsbewegung des Fibers ließ das Paar unter den 200-Tage gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 1,0805 fallen und drückte die Gebote unter die Marke von 1,0800. Die bärische Trendwende des EUR/USD verstärkt sich und ließ den Euro gegenüber dem Greenback um -1,56% fallen.

EUR/USD erreichte in den letzten Wochen ein kurzfristiges Hoch bei 1,0948 und verfehlte damit nur knapp die Marke von 1,0950. Der Kurs rutschte erneut in den Bereich einer unruhigen Abwärtsrange, die das Chartbild seit Ende letzten Jahres belastet.

EUR/USD Stunden-Chart

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