Was ist da bei Ripple los? XRP rutscht bereits den dritten Tag in Folge ab – und plötzlich ist die Euphorie der Jahresanfangsrally wie weggeblasen. Noch am Dienstag jubelten Anleger über Kurse von 2,41 US-Dollar, dem höchsten Stand seit dem 14. November. Doch dann kam die kalte Dusche: massive Gewinnmitnahmen, abrupter Stimmungsumschwung, Verkäufer übernehmen das Kommando.
Seitdem kämpft XRP ums Überleben über der psychologisch extrem wichtigen 2-Dollar-Marke. Genau diese Zone entscheidet jetzt über alles. Denn während Ripple noch versucht, sich zu stabilisieren, bröckelt das Umfeld dramatisch. Bitcoin rutschte zwischenzeitlich sogar unter 90.000 US-Dollar – ein klares Warnsignal für den gesamten Kryptomarkt.
Der Stimmungs-Crash: Von Hoffnung zu Angst in wenigen Stunden
Besonders alarmierend ist der Blick auf die Marktpsychologie. Der Crypto Fear & Greed Index fiel auf 28 Punkte ab. Nur einen Tag zuvor war ein Anstieg über 42 gescheitert. Das bedeutet: Der Markt ist offiziell wieder im Angstmodus. Und genau das ist der Nährboden für weitere Verkäufe.

Für XRP heißt das: Wenn die 2-Dollar-Marke fällt, könnte es schnell ungemütlich werden. Dann rücken alte Unterstützungen wieder ins Rampenlicht – das November-Tief bei 1,77 US-Dollar und sogar das April-Tief nahe 1,61 US-Dollar. Bereiche, die viele Anleger eigentlich längst abgehakt hatten.
ETF-Schock bei XRP: Millionenabflüsse setzen Kurs zusätzlich unter Druck
Doch es bleibt nicht bei schlechter Stimmung. Auch harte Zahlen sprechen eine klare Sprache. XRP-Spot-ETFs verzeichneten am Mittwoch Abflüsse von fast 41 Millionen US-Dollar. Das ist besonders brisant, denn seit dem Start im November galten diese ETFs eigentlich als Erfolgsgeschichte. Insgesamt liegen die kumulierten Zuflüsse zwar noch bei 1,2 Milliarden US-Dollar, die durchschnittlichen Nettovermögen bei 1,53 Milliarden US-Dollar – doch der Trend kippt.

Was das bedeutet, ist klar: Anleger werden vorsichtiger. In Phasen steigender Unsicherheit fehlt dem Markt genau das, was steigende Kurse brauchen – frisches Kapital. Die kommenden Tage dürften zeigen, ob diese Abflüsse nur eine kurze Verschnaufpause sind oder der Beginn einer größeren Korrektur.
Alarm im Derivatemarkt: Vertrauen schwindet rasant
Noch deutlicher wird die Nervosität im Futures-Markt. Das Open Interest bei XRP-Futures fiel innerhalb kürzester Zeit drastisch – von 5,51 Milliarden US-Dollar auf nur noch 4,26 Milliarden US-Dollar. Das ist kein kleines Rauschen, sondern ein klares Signal: Positionen werden geschlossen, Risiko wird reduziert, das Vertrauen schwindet.
Ein sinkendes Open Interest bedeutet fast immer eines: Vor allem Privatanleger ziehen sich zurück. Und wenn diese Käufer fehlen, steigt der Verkaufsdruck oft schneller, als viele erwarten.
Chart-Check: XRP am Scheideweg
Technisch hängt XRP jetzt am seidenen Faden. Zwar notiert der Kurs noch knapp über dem steigenden 50-Tage-EMA bei 2,07 US-Dollar, doch darüber wartet eine massive Widerstandszone. Der 100-Tage-EMA bei 2,22 US-Dollar und der 200-Tage-EMA bei 2,34 US-Dollar blockieren jede Erholung.
Der RSI ist auf 54 gefallen und hat damit klar an Schwung verloren. Auch der MACD zeigt: Die positive Dynamik ebbt ab, das Momentum kippt. Das passt ins Gesamtbild eines Marktes, der gerade auf Korrekturmodus umschaltet.

Was jetzt passieren müsste – und was Anleger fürchten
Für eine echte Entspannung bräuchte XRP einen Tagesschluss über 2,22 US-Dollar. Erst dann wäre eine Bewegung Richtung 2,33 US-Dollar realistisch. Noch wichtiger wäre ein Ausbruch über die fallende Trendlinie bei rund 2,40 US-Dollar. Erst das würde das mittelfristige Chartbild wieder klar auf bullish drehen.
Doch die Risiken liegen klar auf der Unterseite. Fällt XRP unter den 50-Tage-EMA, dürfte der Verkaufsdruck deutlich zunehmen. Dann sind Kurse von 1,77 US-Dollar und sogar 1,62 US-Dollar keine Panikfantasie mehr, sondern reale Szenarien.
Fazit: XRP steht vor der Entscheidung – jetzt wird es ernst
XRP steckt in einer heiklen Phase. Die Stimmung kippt, ETF-Gelder fließen ab, das Vertrauen im Derivatemarkt schwindet und die Charttechnik wird zunehmend fragil. Die 2-Dollar-Marke ist jetzt die letzte Bastion der Bullen. Hält sie, könnte sich der Markt beruhigen. Bricht sie, droht eine neue Verkaufswelle.
Für Anleger heißt das: Wegschauen ist jetzt keine Option. Die nächsten Tage könnten darüber entscheiden, ob XRP nur Luft holt – oder deutlich tiefer fällt.
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Bank of Japan wird erwartet, die Zinssätze beizubehalten, Märkte suchen Hinweise auf weitere Straffungen
Die Bank of Japan wird voraussichtlich ihren Leitzins bei 0,75% unverändert lassen, nachdem sie am nächsten Freitag ihre zweitägige Geldpolitiksitzung abgeschlossen hat. Die japanische Zentralbank hatte die Zinsen im Dezember auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten angehoben und wird am Freitag wahrscheinlich abwarten, um die wirtschaftlichen Folgen der vorherigen Zinserhöhungen besser einschätzen zu können.
Das sollten Sie am Freitag, den 23. Januar, im Blick behalten:
Die Risikoaversion ließ nach, nachdem US-Präsident Donald Trump bekräftigte, dass er mit der NATO über "den Rahmen eines zukünftigen Deals in Bezug auf Grönland" einig gewesen sei. Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte sprachen in der Schweiz.