- EUR/JPY driftet am Donnerstag in der asiatischen Sitzung auf etwa 1,1590.
- Die EU einigt sich auf neue Russland-Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs.
- Analysten erwarten, dass die BoJ die Zinsen bis Anfang nächsten Jahres anheben wird, obwohl der Zeitpunkt ungewiss bleibt.
Das Währungspaar EUR/JPY verliert während der asiatischen Handelsstunden am Donnerstag an Boden und nähert sich 1,1590. Der Euro (EUR) schwächt sich gegenüber dem japanischen Yen (JPY) ab, nachdem die Europäische Union (EU) beschlossen hat, neue Sanktionen gegen Russland wegen des Krieges in der Ukraine zu verhängen. Die vorläufige Lesung des Verbrauchervertrauens in der Eurozone für Oktober wird später am Donnerstag veröffentlicht.
Die EU und die USA haben am Mittwoch neue Sanktionen gegen Russland verhängt und dabei Moskaus mangelndes ernsthaftes Engagement für einen Friedensprozess zur Beendigung des Krieges in der Ukraine angeführt. Die neuen Sanktionen wurden einen Tag nach der Bekanntgabe von Plänen für einen Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf Eis gelegt.
Die Entscheidung der EU, Sanktionen gegen Russland zu verhängen, könnte den JPY stärken und Gegenwind für das Währungspaar schaffen, da Händler potenzielle wirtschaftliche Gegenwinde für die Eurozone einkalkulieren und sich angesichts steigender geopolitischer Spannungen in Richtung sicherer Anlagen bewegen.
Japans neue Premierministerin Sanae Takaichi bereitet ein neues Konjunkturpaket vor, das voraussichtlich das letztjährige Paket von 92 Milliarden Dollar übersteigen wird, um Haushalte bei der Bewältigung der Inflation zu unterstützen. Händler erwarten, dass eine expansive Fiskalpolitik und eine lockerere Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ) den JPY untergraben werden.
Laut der Mehrheit der von Reuters befragten Ökonomen erwarten fast 60%, dass die BoJ die Zinsen in diesem Quartal um 25 Basispunkte (bps) anheben wird. Fast 96% der Ökonomen erwarten, dass die Kreditkosten bis Ende März um mindestens 25 bps steigen werden.
Japanischer Yen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.
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