- EUR/JPY erholt sich von Verlusten im Vorfeld eines Treffens zwischen dem japanischen Finanzministerium, der FSA und der BoJ, um die Entwicklungen auf den globalen Finanzmärkten zu besprechen.
- Der JPY findet Unterstützung durch die steigende Nachfrage nach sicheren Anlagen, die durch zunehmende Ängste vor einer globalen Rezession angesichts intensiver werdender Zollspannungen ausgelöst wird.
- Der Euro steht unter Druck, da die Märkte zunehmend eine dovishere Haltung der Europäischen Zentralbank einpreisen.
EUR/JPY erholt sich von seinen täglichen Verlusten und handelt während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch nahe 160,50. Das Währungspaar sah sich jedoch Herausforderungen gegenüber, da der japanische Yen vor einem wichtigen Treffen zwischen Japans Finanzministerium (MOF), der Finanzdienstleistungsbehörde (FSA) und der Bank of Japan (BoJ) zur Diskussion internationaler Finanzmärkte an Stärke gewann. Eine gemeinsame Erklärung wird nach dem Treffen erwartet, dürfte jedoch wenig umsetzbare Erkenntnisse enthalten.
Der JPY fand auch Unterstützung durch die gestiegene Nachfrage nach sicheren Anlagen, die durch wachsende Ängste vor einer globalen Rezession, ausgelöst durch Zollspannungen, angeheizt wurde. Zudem hat US-Präsident Donald Trump zugestimmt, sich mit japanischen Beamten zu treffen, um Handelsverhandlungen einzuleiten, was die Hoffnungen auf ein potenzielles Handelsabkommen zwischen den USA und Japan stärkt. Diese Optimismus unterstützt den JPY weiter. Darüber hinaus sorgen die Erwartungen, dass die Bank of Japan (BoJ) die Zinssätze 2025 weiter erhöhen wird – bedingt durch anhaltende inländische Inflation – für zusätzlichen Aufwärtsdruck auf den Yen.
Der Euro (EUR) sah sich Gegenwind durch die steigende Risikostimmung nach der Umsetzung der US-Retaliationszölle am Mittwoch gegenüber. Der EUR steht auch unter Druck, da die Marktteilnehmer die dovishen Erwartungen an die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhen.
Mehrere EZB-Politiker – darunter der Gouverneur der Bank von Italien, Piero Cipollone, der Gouverneur der Bank von Frankreich, François Villeroy de Galhau, und der Gouverneur der Bank von Griechenland, Yannis Stournaras – haben ihre Unterstützung für weitere geldpolitische Lockerungen geäußert.
Die Finanzminister der Eurozone werden am Freitag in Warschau zusammentreffen, um Strategien zur Minderung der Auswirkungen der von den USA verhängten Zölle zu besprechen. Gouverneur Stournaras erklärte kürzlich, dass die neuen Zölle eine Zinssenkung im April nicht behindern würden und versicherte, dass die Inflationsprognosen unverändert bleiben. Stournaras schätzte, dass die Zölle das BIP-Wachstum der Eurozone im ersten Jahr um 0,3%–0,4% reduzieren könnten.
Polens Finanzminister Andrzej Domański warnte vor breiteren Auswirkungen und wies darauf hin, dass gestörte Lieferketten und steigende Unternehmenskosten das europäische Wachstum schwächen und regionalen Währungen Druck ausüben könnten. Domański betonte das Potenzial für "negative soziale Folgen" und höhere Verbraucherpreise und verwies auf einen Bericht von Reuters.
Zölle FAQs
Obwohl sowohl Zölle als auch Steuern staatliche Einnahmen generieren, die zur Finanzierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen verwendet werden, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Zölle werden im Voraus bei der Einfuhr am Hafen entrichtet, während Steuern beim Kaufzeitpunkt bezahlt werden. Steuern werden Einzelpersonen und Unternehmen auferlegt, während Zölle von Importeuren gezahlt werden.
Unter Wirtschaftswissenschaftlern gibt es zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Nutzung von Zöllen. Einige argumentieren, dass Zölle notwendig sind, um heimische Industrien zu schützen und Handelsungleichgewichte auszugleichen. Andere sehen Zölle als schädliches Instrument an, da sie langfristig die Preise in die Höhe treiben könnten und durch sogenannte „Auge-um-Auge-Zölle“ einen schädlichen Handelskrieg auslösen könnten.
Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im November 2024 hat Donald Trump deutlich gemacht, dass er Zölle einsetzen will, um die US-Wirtschaft und amerikanische Produzenten zu unterstützen. Im Jahr 2024 machten Mexiko, China und Kanada 42 % der gesamten US-Importe aus. Laut dem US Census Bureau war Mexiko in diesem Zeitraum mit Exporten im Wert von 466,6 Milliarden US-Dollar der wichtigste Handelspartner. Daher plant Trump, sich bei der Verhängung von Zöllen auf diese drei Länder zu konzentrieren. Außerdem möchte er die durch Zölle generierten Einnahmen nutzen, um die Einkommensteuer für Privatpersonen zu senken.
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