• EUR/GBP fällt in der frühen europäischen Sitzung am Donnerstag auf etwa 0,8525.
  • Die starken PMI-Daten aus dem Vereinigten Königreich stützen das Pfund Sterling und sorgen für Gegenwind für das Währungspaar. 
  • BoE-Gouverneur Bailey sieht weitere Anzeichen für einen sich abschwächenden Arbeitsmarkt. 

Das Währungspaar EUR/GBP verliert am frühen Donnerstagmorgen in der europäischen Sitzung an Dynamik und nähert sich der Marke von 0,8525, belastet durch ein stärkeres Pfund Sterling (GBP) insgesamt. Die Händler werden die Rede von BoE-Gouverneur Andrew Bailey später am Donnerstag genau beobachten.

Die Geschäftstätigkeit im Vereinigten Königreich expandierte im Juni moderat, was dem GBP etwas Unterstützung bietet. Der S&P Global UK Composite PMI stieg im Juni auf 50,7 gegenüber 50,3 zuvor und übertraf die erwarteten 50,5. Darüber hinaus verzeichnete der Dienstleistungssektor, der die britische Wirtschaft dominiert, das schnellste Wachstum seit drei Monaten und übertraf seine deutschen und französischen Pendants im Juni.

BoE-Gouverneur Andrew Bailey sagte am Dienstag, dass es nun Anzeichen dafür gebe, dass sich der britische Arbeitsmarkt abschwäche. Er betonte zudem seine Ansicht, dass die Zinssätze voraussichtlich weiter sinken werden. Bei der Sitzung im Juni ließ die britische Zentralbank die Zinssätze bei 4,25 % unverändert, obwohl drei der neun Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses (MPC) für eine Zinssenkung stimmten.

Baileys Rede wird später am Tag im Mittelpunkt stehen. Jegliche dovishe Kommentare der Entscheidungsträger könnten das Pfund Sterling nach unten ziehen und den Abwärtstrend des Währungspaares begrenzen.

Auf der Euro-Seite wird erwartet, dass die offiziellen Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) angesichts der Unsicherheit über die von den USA verhängte Zollpolitik mit wirtschaftlichen Abwärtsrisiken konfrontiert sind. Die Händler werden weitere Hinweise aus den Reden der EZB-Politiker aufnehmen. Für später am Donnerstag sind die EZB-Mitglieder Luis de Guindos und Isabel Schnabel angesetzt.

Pfund Sterling FAQs

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.

Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.

Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.

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