• EUR/GBP schwächt sich in der frühen europäischen Sitzung am Mittwoch auf etwa 0,8725. 
  • Die vorsichtige Haltung der BoE, die signalisiert, dass das Tempo zukünftiger Zinssenkungen langsamer werden könnte, stärkt das Pfund Sterling. 
  • Sinkende Erwartungen, dass die EZB im Februar 2026 die Zinsen senken wird, könnten den Abwärtstrend des Währungspaares begrenzen. 

Das Währungspaar EUR/GBP notiert in der frühen europäischen Sitzung am Mittwoch zum fünften Mal in Folge im negativen Bereich bei etwa 0,8725. Das Pfund Sterling (GBP) legt gegenüber dem Euro (EUR) zu, nachdem die Bank of England (BoE) eine weithin erwartete Zinssenkung vorgenommen hat und gleichzeitig darauf hinweist, dass die Hürde für weitere Senkungen aufgrund der anhaltenden Inflation hoch ist.

Der geldpolitische Ausschuss der BoE beschloss letzte Woche, den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 3,75% zu senken, die erste Senkung seit August letzten Jahres. Gouverneur Andrew Bailey sagte während der Pressekonferenz, dass die Zinsen voraussichtlich einen allmählichen Abwärtstrend fortsetzen werden, aber "wie viel weiter wir gehen, wird mit jeder Senkung eine engere Entscheidung".

Die Geldmärkte glauben, dass die BoE in der ersten Jahreshälfte mindestens eine Zinssenkung vornehmen wird und preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von fast 50% für eine zweite Senkung vor Jahresende ein, so Reuters. Erwartungen, dass die britische Zentralbank im Jahr 2026 einen schrittweisen geldpolitischen Lockerungspfad verfolgen wird, könnten dem GBP Unterstützung bieten und kurzfristig als Gegenwind für das Währungspaar wirken. 

Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ ihre drei wichtigsten Leitzinsen auf ihrer Sitzung im Dezember unverändert. Die Entscheidung war einstimmig und markiert die vierte Sitzung in Folge, in der die Zinsen stabil gehalten wurden. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte, die Bank befinde sich in einer "guten Position" und betonte, dass im Rat der EZB Einigkeit darüber besteht, alle Optionen offen zu halten, einschließlich der Möglichkeit, die Zinsen bei Bedarf zu erhöhen. 

Die Geldmärkte haben eine Zinssenkung um 25 Basispunkte durch die EZB im Februar 2026 eingepreist und liegen derzeit unter 10%. Signale, dass der Zinssenkungszyklus der EZB zu Ende geht, könnten helfen, die Verluste des EUR zu begrenzen. 

Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.

Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.

Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.

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