• EUR/GBP steigt am Donnerstagmorgen in der europäischen Sitzung auf etwa 0,8660. 
  • Die BoE wird laut einer Reuters-Umfrage am 5. Februar die Zinsen voraussichtlich unverändert lassen. 
  • Kocher von der EZB sagte, die Zentralbank müsse alle Optionen bezüglich der Zinsen offenhalten.

Das Währungspaar EUR/GBP handelt am Donnerstagmorgen in der europäischen Sitzung mit leichten Gewinnen nahe 0,8660. Das Fehlen von wichtigen wirtschaftlichen Daten aus dem Vereinigten Königreich in dieser Woche hat das britische Pfund (GBP) ohne starke inländische Treiber gegenüber dem Euro (EUR) gelassen. Die vorläufige Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus der Eurozone und Deutschland wird am Freitag im Fokus stehen, zusammen mit den Inflationsdaten aus Deutschland. 

Die Bank of England (BoE) wird allgemein erwartet, dass sie die Leitzinsen bei ihrer nächsten Sitzung am 5. Februar stabil hält. Weitere schrittweise Zinssenkungen werden in diesem Jahr erwartet. Allerdings könnten die jüngsten, höher als erwarteten Inflationsdaten aus dem Vereinigten Königreich und starke Einzelhandelsumsätze das Tempo zukünftiger Zinssenkungen der BoE begrenzen. Dies könnte wiederum dem GBP Unterstützung bieten und als Gegenwind für das Währungspaar wirken. 

Laut allen bis auf zwei Ökonomen, die von Reuters befragt wurden, wird die britische Zentralbank ihren Leitzins bei 3,75 % bei ihrer Sitzung im Februar halten, wobei nur eine kleine Mehrheit nun erwartet, dass er im März auf 3,50 % sinkt, nachdem eine Reihe besserer Wirtschaftsnachrichten veröffentlicht wurde.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Kreditkosten seit Juni 2025 stabil gehalten, da die Inflation um ihr Ziel von 2 % schwankt. Allerdings könnte die Eurozone vor Herausforderungen durch die Forderungen von US-Präsident Donald Trump bezüglich Grönlands und erneuten Zollbedrohungen stehen, die den EUR belasten könnten. 

Das letzte Woche veröffentlichte Protokoll der EZB zeigte, dass die EZB-Beamten totale Flexibilität forderten, falls sich die Aussichten ändern oder ein großer Schock eintritt. In der Zwischenzeit sagte das Mitglied des EZB-Direktoriums, Martin Kocher, am Dienstag, dass die Zentralbank alle Optionen offenhalten müsse, aufgrund des instabilen globalen Umfelds, insbesondere im Handel. 

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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