- EUR/GBP stärkt sich in der frühen europäischen Sitzung am Montag bis in die Nähe von 0,8660.
- Der französische Premierminister wird am 8. September eine Vertrauensabstimmung abhalten, was die Ängste vor einer Rezession zurückbringt.
- Analysten erwarten, dass die BoE die Zinssätze im Rest des Jahres nicht senken wird.
Das Währungspaar EUR/GBP gewinnt am Montag während der frühen Handelsstunden in Europa an Dynamik und nähert sich der Marke von 0,8660. Die unerwartet hohe vorläufige Schätzung des Verbraucherpreisindex (VPI) Deutschlands bietet dem Euro (EUR) eine gewisse Unterstützung. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, wird später am Montag sprechen.
Die aktuellen Inflationsdaten aus Deutschland zeigten, dass der VPI im August im Jahresvergleich um 2,2% gestiegen ist, verglichen mit 2,0% im Juli, und damit die Schätzung von 2,1% übertroffen hat. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) stieg im August um 2,1% im Jahresvergleich gegenüber 1,8% zuvor, was über dem Konsens von 2,0% liegt. Der Anstieg der Inflation hat zu Unsicherheiten über zukünftige Maßnahmen der EZB geführt und die Anleger veranlasst, die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen der EZB neu zu bewerten.
Dennoch steht Frankreich vor einer neuen politischen Krise, da Premierminister François Bayrou voraussichtlich eine Vertrauensabstimmung verlieren wird. Meinungsumfragen von Reuters zeigten, dass die meisten Franzosen nun neue nationale Wahlen wollen, was auf eine zunehmende Unzufriedenheit mit der Politik und das Risiko anhaltender Unsicherheit hinweist. Dies könnte wiederum Verkaufsdruck auf die Gemeinschaftswährung ausüben. Händler werden weitere Hinweise von den vorläufigen Daten des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone erwarten, die später am Dienstag veröffentlicht werden.
Auf der anderen Seite reduzieren die Händler ihre Wetten auf eine Zinssenkung der Bank of England (BoE) nach einer Reihe von hawkischen Wirtschaftsdaten, die das GBP unterstützen könnten. Das Mitglied des geldpolitischen Ausschusses (MPC) der BoE, Catherine Mann, plädierte letzte Woche ebenfalls dafür, die Zinssätze länger auf ihrem aktuellen Niveau zu halten, da sich die Inflationsdruck als hartnäckig herausstellt.
Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.
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Händler werden weitere Hinweise aus dem wöchentlichen US-Bericht über die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung ziehen, der später am Donnerstag veröffentlicht wird. Auch Fed-Vertreter werden zu Wort kommen, darunter Raphael Bostic, Michael Barr, Thomas Barkin und Jeff Schmid.