- EUR/GBP behauptet seine Position, da der Euro vor den PMI-Daten aus der Eurozone und Deutschland stärker bleibt.
- Von der EZB wird allgemein erwartet, dass sie im Juni eine Zinssenkung um 25 Basispunkte vornimmt.
- Das Pfund Sterling findet Unterstützung, da das Vereinigte Königreich als relativ gegen die Auswirkungen der US-Zölle abgeschottet angesehen wird.
EUR/GBP gibt seine jüngsten Verluste aus der vorherigen Sitzung wieder auf und notiert während der frühen europäischen Handelsstunden am Dienstag bei etwa 0,8510. Das Paar wird von einem stärkeren Euro (EUR) unterstützt, der vor den wichtigen Veröffentlichungen der Einkaufsmanagerindizes (EMI) aus der Eurozone und Deutschland im Laufe des Tages ansteigt. Der Fokus der Märkte wird auch auf die S&P Global/CIPS PMI-Zahlen des Vereinigten Königreichs gerichtet.
Die Stärke des Euro folgt auf robuste Inflationsdaten aus der Eurozone, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurden. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die heißeren als erwarteten Inflationszahlen die geldpolitische Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) erheblich verändern. Die EZB-Beamten konzentrieren sich weiterhin auf die Verlangsamung des wirtschaftlichen Schwungs und spielen Inflationsrisiken herunter, trotz neuer Zölle, die von US-Präsident Donald Trump angekündigt wurden und externen Druck erzeugen. Die Märkte erwarten weiterhin eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bei der EZB-Sitzung im Juni, wobei die Entscheidungsträger allgemein zuversichtlich sind, dass die Inflation in diesem Jahr wieder das Ziel von 2 % erreichen wird.
Auf der anderen Seite findet das Pfund Sterling (GBP) ebenfalls Unterstützung, da das Vereinigte Königreich (UK) als relativ gegen die Auswirkungen der US-Zölle abgeschottet angesehen wird, im Gegensatz zu China oder der EU, da die USA im Jahr 2024 einen Warenüberschuss von 12 Milliarden Dollar mit Großbritannien verzeichneten. Dennoch sieht sich das GBP Abwärtsrisiken gegenüber, da die Erwartungen steigen, dass die Bank of England (BoE) die Zinssätze bei ihrer Sitzung am Donnerstag um 25 Basispunkte auf 4,25 % senken wird.
Die Anleger richten auch ihre Aufmerksamkeit auf die aktualisierten Wirtschaftsprognosen der BoE, die Hinweise auf die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher Zinssenkungen geben könnten. Einige Analysten erwarten, dass die Zentralbank einen dovishen Ton annehmen könnte, um auf die eskalierenden globalen Risiken zu reagieren, insbesondere auf die, die mit den Zöllen von Präsident Trump und der Möglichkeit einer breiteren wirtschaftlichen Verlangsamung verbunden sind.
Zentralbanken FAQs
Zentralbanken wie die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank haben die Aufgabe, Preisstabilität zu gewährleisten. Dies erreichen sie, indem sie die Zinsen anpassen und so die Inflation kontrollieren.
Zentralbanken haben ein zentrales Instrument, um die Inflation zu steuern: den Leitzins. Zu festgelegten Terminen veröffentlicht die Bank ihre Zinsentscheidung, in der sie den Leitzins entweder beibehält, senkt oder anhebt. Dies beeinflusst die Zinssätze von Sparguthaben und Krediten, was wiederum Auswirkungen auf das Spar- und Investitionsverhalten der Wirtschaft hat. Zinserhöhungen werden als geldpolitische Straffung bezeichnet, Zinssenkungen als geldpolitische Lockerung.
Eine Zentralbank agiert häufig unabhängig von der Politik. Bevor Mitglieder in den geldpolitischen Rat berufen werden, durchlaufen sie verschiedene Anhörungen und Prüfungen. Jedes Mitglied bringt dabei seine eigene Überzeugung mit, wie die Zentralbank Inflation steuern und die Geldpolitik gestalten sollte. Befürworter einer lockeren Geldpolitik, die niedrige Zinsen und günstige Kredite fördern, um das Wirtschaftswachstum anzutreiben – selbst auf Kosten einer leicht über 2 % liegenden Inflation –, werden als „Tauben“ bezeichnet. „Falken“ hingegen bevorzugen höhere Zinsen, um Sparen zu belohnen, und sehen es als ihre Priorität, die Inflation unter Kontrolle zu halten, bis sie bei oder unter 2 % liegt.
Normalerweise wird jede Sitzung einer Zentralbank von einem Vorsitzenden oder Präsidenten geleitet, der zwischen den verschiedenen Lagern – den sogenannten „Falken“ und „Tauben“ – einen Konsens herstellen muss. Kommt es zu einem Patt bei der Abstimmung, entscheidet der Vorsitzende und verhindert so eine 50:50-Stimmengleichheit über mögliche geldpolitische Anpassungen. Der Vorsitzende hält zudem regelmäßig öffentliche Reden, in denen die aktuelle geldpolitische Ausrichtung und zukünftige Erwartungen kommuniziert werden – diese können oft live mitverfolgt werden. Das Ziel einer Zentralbank ist es, ihre geldpolitischen Maßnahmen umzusetzen, ohne dabei heftige Schwankungen bei Zinssätzen, Aktienmärkten oder der eigenen Währung auszulösen. Bereits vor geldpolitischen Sitzungen geben die Mitglieder ihre Einschätzungen indirekt an die Märkte weiter. In den letzten Tagen vor einer Sitzung herrscht jedoch eine „Blackout-Periode“, während der die Mitglieder keine öffentlichen Äußerungen machen dürfen, bis die neuen Maßnahmen offiziell verkündet wurden.
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