• EUR/GBP schwächt sich auf etwa 0,8720 in der frühen europäischen Sitzung am Mittwoch. 
  • Die britische CPI-Inflation stieg im Dezember auf 3,4% gegenüber 3,2% im November. 
  • EZB-Präsidentin Lagarde sagte, dass die neuesten Zollbedrohungen von Trump die Inflation und die wirtschaftlichen Aussichten in den kommenden Jahren herausfordern könnten. 

Das Währungspaar EUR/GBP verliert am Mittwoch in der frühen europäischen Sitzung an Boden und nähert sich der Marke von 0,8720. Das britische Pfund (GBP) legt gegenüber dem Euro (EUR) zu, nachdem der Bericht über die britische Verbraucherpreisindex (CPI)-Inflation veröffentlicht wurde. Händler werden weitere Hinweise aus dem Bericht über die Einzelhandelsumsätze im Vereinigten Königreich für Dezember abwarten, der später am Freitag veröffentlicht wird. 

Die am Mittwoch vom britischen Amt für nationale Statistiken veröffentlichten Daten zeigten, dass der Verbraucherpreisindex (CPI) des Landes im Dezember um 3,4% gegenüber dem Vorjahr stieg, verglichen mit einem Anstieg von 3,2% im November. Dieser Wert lag über dem Marktkonsens von 3,3%. Der Kern-CPI, der die volatilen Preise für Lebensmittel und Energie ausschließt, stieg im Dezember um 3,2% gegenüber 3,2% zuvor und entsprach damit den Erwartungen von 3,2%. 

Darüber hinaus stieg die monatliche britische CPI-Inflation im Dezember auf 0,4% nach einem Rückgang von 0,2% im November. Die Märkte hatten einen Anstieg von 0,4% prognostiziert. Das britische Pfund zieht in unmittelbarer Reaktion auf die höheren britischen CPI-Inflationsdaten einige Käufer an.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, sagte am Dienstag, dass die Unsicherheit aufgrund der neuesten Zollbedrohungen von US-Präsident Donald Trump zurückgekehrt sei. Lagarde fügte hinzu, dass Trumps potenzielle Maßnahmen gegen europäische Länder die Aussichten der EZB für Inflation und wirtschaftliche Aktivität in den kommenden Jahren herausfordern könnten. In der Zwischenzeit erklärte der EZB-Politiker Francois Villeroy de Galhau, dass neue Zölle bewertet werden müssten und dass er erwarte, dass ihr Einfluss auf die Preise „gedämpft“ sein werde.

Die Einzelhandelsumsatzdaten für Dezember im Vereinigten Königreich werden am Freitag im Mittelpunkt stehen. Sollte das Ergebnis stärker ausfallen als erwartet, könnte dies das britische Pfund stärken und kurzfristig als Gegenwind für das Währungspaar wirken. 

Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.

Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.

Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.

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