• EUR/CHF verliert Aufwärtsmomentum nach den Schweizer Inflationsdaten.
  • Schweizer VPI stabilisiert sich im Dezember und lindert die Ängste vor einer Rückkehr zu negativen Zinssätzen.
  • Händler bewerten gemischte Eurozonen-Daten und stabile Signale von der EZB.

Der Euro (EUR) handelt am Donnerstag kaum verändert gegenüber dem Schweizer Franken (CHF), während die Märkte frische Wirtschaftsdaten aus der Schweiz und der Eurozone verdauen. Zum Zeitpunkt des Schreibens wird EUR/CHF bei etwa 0,9313 gehandelt und beendet eine zweitägige Gewinnserie.

Die vom Schweizer Bundesamt für Statistik veröffentlichten Daten zeigten, dass der Verbraucherpreisindex (VPI) im Dezember stabil blieb, unverändert im Vergleich zum Vormonat nach einem Rückgang um 0,2 % im November und die Markterwartungen für einen Rückgang um 0,1 % übertraf. Im Jahresvergleich stieg der VPI im Dezember um 0,1 %, was den Prognosen entspricht, nachdem er im November bei 0,0 % stagniert hatte.

Die Zahlen verstärkten die Erwartungen, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Zinssätze in den kommenden Monaten unverändert lassen wird, was ihr ermöglicht, eine vorsichtige Haltung beizubehalten und die Marktängste vor einer möglichen Rückkehr zu negativen Zinssätzen zu lindern.

Bei seiner geldpolitischen Sitzung am 11. Dezember ließ die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins bei 0 % unverändert. Die am selben Tag veröffentlichten Protokolle der Sitzung zeigten, dass die Entscheidungsträger in dieser Phase wenig Dringlichkeit sahen, die Geldpolitik anzupassen. "Der Vorstand stellte fest, dass derzeit kein Bedarf für geldpolitische Maßnahmen besteht," sagte die SNB. "Weder eine Straffung der Geldpolitik noch eine weitere Lockerung der Geldpolitik wären zu diesem Zeitpunkt angemessen."

In der Eurozone verbesserte sich der Geschäftsklimaindex der Europäischen Kommission im Dezember auf -0,56 von zuvor -0,66, was auf eine moderate Stabilisierung der Unternehmensbedingungen hinweist. Das Verbrauchervertrauen stärkte sich auf -13,1 von -14,6, während der Wirtschaftsindikator leicht auf 96,7 von 97,1 zurückging.

Im Hinblick auf die Inflation stieg der Erzeugerpreisindex (EPI) der Eurozone im November um 0,5% im Monatsvergleich, was eine Beschleunigung von zuvor 0,1% darstellt und die Markterwartungen von 0,2% übertraf. Im Jahresvergleich fielen die Erzeugerpreise um 1,7%, was den vierten Monat in Folge einen Rückgang im Jahresvergleich markiert. In der Zwischenzeit sank die Arbeitslosenquote in der Eurozone im November auf 6,3% von 6,4%.

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos sagte am Donnerstag, dass das aktuelle Zinsniveau „angemessen“ sei und fügte hinzu, dass die Inflation nun im Zielbereich liege, obwohl die Unsicherheit nach wie vor sehr hoch sei.

In der kommenden Woche wird die Schweiz ihre neuesten Arbeitslosenzahlen am Freitag veröffentlichen. In der Eurozone werden die Märkte die Einzelhandelsumsätze sowie die Industrieproduktions- und Handelsbilanzdaten aus Deutschland beobachten.

SNB - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) steuert die Geldpolitik des Landes und strebt eine jährliche Inflationsrate von unter 2 % an, um Preisstabilität zu gewährleisten.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legt die Zinssätze fest, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Wenn die Inflation über das Ziel hinausgeht, erhöht die SNB die Zinsen, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinsen stärken den Schweizer Franken (CHF), während niedrigere Zinsen ihn schwächen.

Die SNB greift zudem regelmäßig in den Devisenmarkt ein, um eine übermäßige Aufwertung des Schweizer Frankens zu verhindern, da ein starker Franken die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Schweizer Wirtschaft belastet. Zwischen 2011 und 2015 führte die SNB sogar eine feste Bindung des Frankens an den Euro ein, um dessen Aufwertung zu stoppen. Heute interveniert die Bank, indem sie ihre umfangreichen Devisenreserven nutzt, um Fremdwährungen wie den US-Dollar oder den Euro zu kaufen. In Zeiten hoher Inflation, insbesondere getrieben durch steigende Energiepreise, verzichtet die SNB jedoch auf Eingriffe, da ein starker Franken die Energieimporte verbilligt und so den Inflationsdruck auf Schweizer Haushalte und Unternehmen mildert.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) überprüft viermal jährlich, im März, Juni, September und Dezember, ihre geldpolitische Ausrichtung. Dabei veröffentlicht sie auch eine mittelfristige Inflationsprognose, die in den darauffolgenden Monaten das geldpolitische Umfeld maßgeblich prägen kann.

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