• EUR/CHF reduziert Gewinne, während Händler frische EZB-Äußerungen bei einem dünnen Wirtschaftskalender verdauen.
  • De Guindos und Kazāks heben die erhöhte Unsicherheit und die ausgewogenen Risiken für die Aussichten hervor.
  • Der Fokus richtet sich auf die Inflation in Frankreich und Spanien sowie auf die Eurozonen-Daten, die am Donnerstag fällig sind.

Der Euro (EUR) reduziert am Mittwoch einen Teil seiner Gewinne gegenüber dem Schweizer Franken (CHF), während Händler Äußerungen von wichtigen Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB) bei einem dünnen Wirtschaftskalender auf beiden Seiten verdauen. Zum Zeitpunkt des Schreibens wird EUR/CHF bei etwa 0,9330 gehandelt, nachdem es von einem Intraday-Hoch nahe 0,9350, dem höchsten Stand seit dem 17. Dezember, zurückgegangen ist.

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos, der beim Spain Investors Day in Madrid sprach, wies auf erhöhte geopolitische Spannungen als ein zentrales Abwärtsrisiko für die Wachstumsprognose hin und bemerkte, dass das hohe Maß an Unsicherheit möglicherweise nicht vollständig in den Marktpreisen reflektiert wird.

Guindos sagte, die Inflation liege derzeit um das Ziel der EZB und die inländische Nachfrage habe die Aktivität unterstützt, warnte jedoch, dass globale Handelsstörungen und breitere Risiken für die finanzielle Stabilität weiterhin die Aussichten trüben.

Mārtiņš Kazāks, Gouverneur der Bank von Lettland und Mitglied des EZB-Direktoriums, sagte, dass die Risiken für die Aussichten auf beiden Seiten bestehen bleiben und warnte, dass die Unsicherheit weiterhin hoch sei, einschließlich des Risikos nicht-linearer Schocks. Er fügte hinzu, dass die EZB ihrem Inflationsmandat nachkommt und dass die Zentralbank in einer guten Position bleibt.

Insgesamt signalisieren die EZB-Vertreter weiterhin einen stabilen und vorsichtigen Politikansatz, ohne dass Anzeichen dafür bestehen, dass die Zentralbank in Eile ist, die Zinssätze zu erhöhen.

EZB-Direktoriumsmitglied und Gouverneur der Banque de France François Villeroy de Galhau warnte, dass Frankreich in den Augen internationaler Investoren in eine "Gefahrenzone" eintreten könnte, wenn das Haushaltsdefizit im nächsten Jahr 5 % des BIP überschreiten sollte.

Die am Dienstag veröffentlichten Zahlen zeigten, dass das Haushaltsdefizit der französischen Zentralregierung in den ersten 11 Monaten des Jahres 2025 auf etwa 155,4 Milliarden Euro gesenkt wurde, nach 172,5 Milliarden Euro im Vorjahr.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Inflationsdaten aus Frankreich und Spanien sowie auf die Industrieproduktions- und Handelsbilanzzahlen der Eurozone, die am Donnerstag fällig sind.

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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