• EUR/CAD steigt, da die Erwartungen wachsen, dass die EZB die Zinsen unverändert lässt, es sei denn, es gibt eine wesentliche Änderung der Aussichten.
  • Händler werden vorsichtig, da Gespräche unter der Führung des Vereinigten Königreichs (UK) und Deutschlands eine Verstärkung der militärischen Präsenz in Grönland in Betracht ziehen.
  • Der rohstoffgebundene CAD könnte gewinnen, da der WTI-Preis aufgrund von Versorgungsrisiken durch eskalierende Proteste im Iran steigt.

EUR/CAD setzt seine Gewinne den zweiten Tag in Folge fort und wird am Montag während der europäischen Handelsstunden bei rund 1,6210 gehandelt. Der Währungskreuzkurs steigt, da der Euro (EUR) Unterstützung von Anzeichen erhält, dass die Europäische Zentralbank (EZB) kurz vor dem Ende ihres Zinssenkungszyklus steht.

Die Gesamtinflation in der Eurozone verlangsamte sich im Dezember auf 2,0%, ein Viermonatstief und im Einklang mit dem Ziel der EZB, während die Kerninflation auf 2,3% zurückging und leicht unter den Prognosen lag. Die nachlassende Inflation unterstützt die Sichtweise der Entscheidungsträger, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinssätze auf dem aktuellen Niveau belassen könnte, es sei denn, die wirtschaftlichen Aussichten ändern sich erheblich.

Händler zeigen ebenfalls Vorsicht, da europäische Nationen unter der Führung des Vereinigten Königreichs (UK) und Deutschlands darüber diskutieren, ihre militärische Präsenz in Grönland zu verstärken, um die Sicherheit in der Arktis zu stärken. Deutschland könnte eine gemeinsame NATO-Mission vorschlagen, während der britische Premierminister Keir Starmer die Verbündeten aufgefordert hat, ihre Bemühungen im hohen Norden zu verstärken, angesichts erneuter Kommentare von US-Präsident Donald Trump, der den US-Besitz von Grönland befürwortet.

Der Aufwärtstrend des EUR/CAD-Kreuzes könnte begrenzt sein, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) Unterstützung von höheren Ölpreisen erhält. Der WTI-Preis steigt, da die Versorgungsrisiken aufgrund eskalierender Proteste im Iran zunehmen. Das Land exportiert fast 2 Millionen Barrel pro Tag (bpd) und ist der viertgrößte Produzent der OPEC, was jede Eskalation zu einer erheblichen Bedrohung für das globale Angebot macht.

Die Beschäftigung in Kanada stieg im Dezember um lediglich 8.000, nachdem sie in den drei Monaten zuvor um starke 181.000 zugenommen hatte. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,5% auf 6,8%, was hauptsächlich einen größeren Anteil von Menschen widerspiegelt, die in den Arbeitsmarkt eintreten, anstatt dass es zu erhöhten Entlassungen kommt.

Die Senior Economist der Royal Bank of Canada (RBC), Claire Fan, sagte, die Daten signalisierten keinen Rückschlag und wies darauf hin, dass der bescheidene Stellenzuwachs und die höhere Arbeitslosigkeit die Sichtweise unterstützen, dass die Erholung des Arbeitsmarktes in Kanada im Gange ist, aber voraussichtlich ungleichmäßig bleiben wird, wobei der Überhang im Laufe der Zeit allmählich abgebaut wird.

Kanadischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.

Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.

Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.

Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.

Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.

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