- USD/JPY stoppt die starke Aufwärtsbewegung des Vortages, wobei die Abwärtsbewegung jedoch abgefedert zu sein scheint.
- Wirtschaftliche Risiken durch die Nahost-Krise und die große Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan belasten den JPY.
- Sichere Hafen-Käufe und Wetten auf Zinserhöhungen der Fed begünstigen USD-Bullen vor den US-Verbraucherpreisdaten und der Anhörung von Fed-Chef Warsh.
Das Paar USD/JPY konsolidiert die starke Aufwärtsbewegung des Vortages und handelt während der asiatischen Sitzung am Dienstag knapp unter der Mitte der 162,00er-Marke. Die Kassapreise bleiben jedoch nahe einem Vierjahrzehnt-Hoch, das Anfang dieses Monats erreicht wurde, was die Händler angesichts der Erwartungen einer möglichen Intervention durch die japanischen Behörden nervös hält.
Unterdessen erklärte Japans Finanzministerin Satsuki Katayama, dass eine Änderung der Vermögensallokation des Government Pension Investment Fund (GPIF) geprüft werden könnte, falls sich das Investitionsumfeld stark verändert. Dies unterstützt den japanischen Yen (JPY). Der US-Dollar (USD) hingegen pausiert nach einer zweitägigen Rallye, da die Bullen auf die Veröffentlichung der neuesten US-Verbraucherpreisdaten und die Anhörung von US-Notenbankchef (Fed) Kevin Warsh vor dem Kongress warten. Dies trägt weiter dazu bei, die Aufwärtsbewegung des USD/JPY-Paares zu begrenzen.
Gleichzeitig könnte eine weitere Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Iran zusammen mit hawkischen Fed-Erwartungen weiterhin als Rückenwind für den sicheren Hafen Greenback wirken. In den jüngsten Entwicklungen rund um die Nahost-Krise verhängte US-Präsident Donald Trump am Montag erneut eine Blockade iranischer Häfen, und das US-Militär führte die dritte Nacht in Folge Angriffe gegen den Iran durch. Als Reaktion darauf griff die Islamische Revolutionsgarde Irans (IRGC) US-Einrichtungen in der Region an, während zwei Tanker der VAE im Golf von Hormus von iranischen Marschflugkörpern getroffen wurden.
Dies verstärkt die wirtschaftlichen Sorgen angesichts der starken Abhängigkeit Japans von Ölimporten aus dem Nahen Osten und belastet den JPY weiterhin. Zudem entfacht ein erneuter Anstieg der Rohölpreise Inflationsängste und stärkt die Wetten, dass die US-Notenbank die Kreditkosten bis Ende dieses Jahres erhöhen wird. Dies könnte die Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan trotz der jüngsten Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) auf 1 % – dem höchsten Stand seit 1995 – weiter vergrößern und den sogenannten Yen-Carry-Trade aktiv halten. Der fundamentale Hintergrund hält das USD/JPY-Paar nahe einem Vierjahrzehnt-Hoch und begünstigt die Bullen.
Japanischer Yen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.
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Das sollten Sie am Montag, den 13. Juli, im Blick behalten:
Safe-Haven-Ströme dominieren zu Beginn der neuen Woche das Geschehen an den Finanzmärkten, da sich die Spannungen im Nahen Osten weiter verschärfen. Der Wirtschaftskalender wird am Montag keine hochrangigen makroökonomischen Datenveröffentlichungen enthalten. Während der asiatischen Handelszeiten am Dienstag werden die Handelsbilanzdaten aus China von den Marktteilnehmern genau beobachtet, im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Inflationsberichts für Juni aus den USA und der Anhörung von Federal Reserve Chairman Kevin Warsh vor dem US House Financial Services Committee.