Die Volkswirte der Commerzbank haben ihre Fed-Prognose sehr deutlich nach unten korrigiert - stärker als sie ihre US-Inflationsprognose gesenkt haben. Auch die Zinserwartungen für die EZB haben sie leicht und die Inflationsprognose deutlich gesenkt, so Ulrich Leuchtmann, Leiter Devisen- und Rohstoffresearch bei der Commerzbank.
USD-Schwäche auf mittlere Sicht
„Wir haben unsere EUR/USD-Prognose angepasst. Wie unsere regelmäßigen Leserinnen und Leser wissen, beruhte ein guter Teil der bisherigen USD-Stärke auf dem Eindruck eines strukturellen US-Wachstumsvorteils und einer besonders aktiven US-Geldpolitik. Da wir nun davon ausgehen müssen, dass dieser Eindruck durch die tatsächliche Entwicklung in den kommenden Quartalen aufgeweicht wird, müssen wir nun mittelfristig von einer USD-Schwäche ausgehen“.
„Und da gleichzeitig das EUR-negative Argument der hohen Inflationsraten im Euroraum und der relativ lockeren Geldpolitik der EZB angesichts unserer moderateren Inflationsprognose für den Euroraum zumindest deutlich abgeschwächt ist, entfällt auch ein Teil der EUR-negativen Argumente. Beides zusammen bedeutet, dass wir nun von einem deutlichen Anstieg des EUR/USD-Kurses ausgehen müssen. Wir halten Niveaus um 1,14 bis Mitte 2025 für möglich“.
„In der zweiten Jahreshälfte 2025 könnte sich das Bild wieder ändern. Wenn - wie von uns erwartet - die US-Konjunktur wieder anzieht, könnte der Eindruck entstehen, dass die Fed zumindest keinen Spielraum mehr für Zinssenkungen hat und vielleicht sogar wieder Zinserhöhungsfantasien aufkommen. Und vielleicht ist es dann auch wieder an der Zeit, dass der Markt die Geldpolitik der EZB skeptischer betrachtet.
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