Es wurde erwartet, dass die Bank of England und die Fed die Zinsen etwas weniger stark senken würden als die EZB. Dies änderte sich nach dem US-Arbeitsmarktbericht Anfang August. Die Erwartungen der Fed haben sich von denen der Bank of England abgekoppelt und zu denen der EZB-Mitglieder aufgeschlossen. Noch interessanter ist jedoch die weitere Entkopplung in den letzten Wochen. Der Markt erwartet nun, dass die Fed in diesem Jahr mehr tun wird als die EZB, also eine 'aktivere' Geldpolitik betreiben wird, wie mein Chef sagen würde", bemerkt Commerzbank-FX-Analyst Michael Pfister.
EUR/USD dürfte nicht dauerhaft höher bleiben
„Unsere Volkswirte gehen davon aus, dass die Fed in etwa so viele Zinssenkungen vornehmen wird wie die US-Notenbank, während die EZB wohl deutlich weniger machen wird. Dementsprechend ist zu erwarten, dass nicht nur die bereits eingepreiste geldpolitische Divergenz, die EUR/USD auf das Niveau von 1,12 getrieben hat, sondern dass sich der Abstand in den kommenden Monaten noch vergrößern wird“.
„Dies ist auch deshalb wichtig, weil sich, wie bereits erwähnt, die Rahmenbedingungen deutlich unterscheiden. In den USA sehen wir eine stärkere Realwirtschaft und gleichzeitig höhere Inflationserwartungen, während in der Eurozone die Realwirtschaft schwächelt und der Markt bestenfalls einen leichten Inflationsdruck erwartet“.
„Die daraus resultierende dovischere Geldpolitik der Fed dürfte den EUR/USD-Kurs weiter steigen lassen, wenn unsere Ökonomen recht behalten. Angesichts der deutlich stärkeren US-Realwirtschaft bezweifle ich jedoch, dass EUR/USD die höheren Niveaus langfristig halten kann.
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