- USD/JPY handelt mit negativem Bias, da die JPY-Bären angesichts von Interventionsrisiken vorsichtiger werden.
- Ein schwächerer USD trägt zum schwächeren Ton bei, obwohl die Abwärtsbewegung abgefedert bleibt.
- Die große Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan hält Händler davon ab, aggressive rückläufige Wetten zu platzieren.
Das Paar USD/JPY gibt während der asiatischen Sitzung am Donnerstag leicht nach und scheint vorerst eine vier Tage andauernde Aufwärtsserie beendet zu haben, zeigt jedoch keine rückläufige Überzeugung. Die Spotpreise handeln derzeit knapp unter der Mitte der 162er Marke und bleiben in Schlagdistanz zu einem Vierjahrzehnt-Hoch, das letzten Mittwoch erreicht wurde.
Die Händler bleiben angesichts von Spekulationen, dass die japanischen Behörden eingreifen werden, um die heimische Währung zu stützen, in höchster Alarmbereitschaft, was wiederum einige Rücknahmen von rückläufigen Wetten auf den japanischen Yen (JPY) auslöst. Der US-Dollar (USD) hingegen hat Schwierigkeiten, in Abwesenheit einer bemerkenswerten hawkischen Wende in den FOMC Minutes nennenswerte Käufer anzuziehen, was sich als weiterer Gegenwind für das USD/JPY-Paar erweist.
Die Abwärtsbewegung des USD bleibt jedoch abgefedert, da Händler weiterhin die Möglichkeit mindestens einer Zinserhöhung der Fed im Jahr 2026 einpreisen. Die Minutes der FOMC-Sitzung vom 16. bis 17. Juni, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, zeigten, dass die Entscheidungsträger hinsichtlich der Zinsentwicklung uneins waren. Fed-Vertreter deuteten jedoch an, dass eine gewisse Straffung der Geldpolitik wahrscheinlich erforderlich sein wird, um die Inflation auf 2 % zurückzuführen.
Dennoch wird erwartet, dass die Fed ihren Leitzins im Juli in einer Zielspanne von 3,50 % bis 3,75 % hält, während die Bank of Japan (BoJ) ihren Leitzins auf 1,0 % normalisiert hat. Dies lässt eine Lücke von etwa 250 bis 275 Basispunkten (bps) bestehen und hält den sogenannten JPY Carry Trade aktiv. Zudem könnten erneute Spannungen zwischen den USA und Iran den Status des Greenbacks als Reservewährung stärken und dazu beitragen, die Abwärtsrisiken für das USD/JPY-Paar zu begrenzen.
Das US-Militär startete eine neue Welle von Angriffen gegen den Iran als Vergeltung für Teherans Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Der Iran reagierte mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte und Vermögenswerte in Bahrain und Kuwait. Darüber hinaus erklärte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch, dass der Waffenstillstand mit dem Iran nun beendet sei. Dies begünstigt die USD-Bullen und unterstützt die Argumentation für einige Dip-Käufe rund um das USD/JPY-Paar.
Japanischer Yen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.
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