Der Silberpreis hat sich nach dem heftigen Absturz wieder gefangen. Vom Tief bei 55,965 US-Dollar ging es deutlich nach oben, das kurzfristige Momentum dreht und erste Anleger wittern bereits die große Trendwende.
Doch Vorsicht.
Wer jetzt einfach auf steigende Kurse setzt, könnte in die nächste Falle laufen. Denn trotz der Erholung bleibt das übergeordnete Chartbild klar bärisch. Der Silberpreis handelt unter wichtigen Durchschnittslinien, unter der Ichimoku-Wolke und weiterhin unter dem SuperTrend. Gleichzeitig verliert die Rally beim Volumen an Kraft.
Das ist eine brisante Mischung.
Die aktuelle Silberpreis Prognose zeigt deshalb ein klares Bild: Kurzfristig haben die Bullen Luft bekommen. Den entscheidenden Kampf haben sie aber noch lange nicht gewonnen. Besonders spannend wird es erst im Bereich zwischen 69 und 70,5 US-Dollar. Dort wartet ein massiver Widerstands-Cluster – und möglicherweise die interessanteste Short-Zone der gesamten Bewegung.
Was bedeutet das jetzt für Anleger? Welche Marken sind entscheidend? Und ab wann würde sich das bärische Bild tatsächlich verändern?

Die Bären haben beim Silberpreis weiter die Kontrolle
Die Erholung sieht auf den ersten Blick stark aus. Doch wer nur auf die letzten Handelstage schaut, übersieht das große Bild.
Der SuperTrend steht bei 70,45 US-Dollar weiterhin auf short. Solange Silber diese Marke nicht nachhaltig zurückerobert, bleibt der primäre Trend abwärtsgerichtet.
Auch die gleitenden Durchschnitte sprechen eine klare Sprache. Der Silberpreis notiert unter dem 20-Tage-Durchschnitt bei 64,09 US-Dollar und unter dem 50-Tage-Durchschnitt bei 72,20 US-Dollar.
Das ist wichtig. Denn damit bleibt jede Rally zunächst nur eine Erholung innerhalb eines bestehenden Abwärtstrends.
Genau hier liegt die Gefahr für Anleger, die steigenden Kursen hinterherlaufen. Ein Markt kann sich auch in einem Bärenmarkt kräftig erholen. Solche Bewegungen sehen oft stark genug aus, um eine Trendwende vorzutäuschen. Am Ende laufen sie aber nur in den nächsten Widerstand.
Auch die Ichimoku-Wolke liefert derzeit kein Entwarnungssignal. Sie liegt zwischen 63,26 und 66,80 US-Dollar, während der Silberpreis darunter notiert.
Strukturell ist die Lage damit weiterhin klar bärisch.
Trotzdem: Die Bullen sind noch nicht geschlagen
Ganz so einfach ist die Lage allerdings nicht. Denn kurzfristig hat sich das Bild verbessert.
Der MACD auf Basis von Heikin-Ashi-Kerzen hat ein bullisches Crossover ausgebildet. Das Momentum dreht damit zunächst wieder nach oben.
Auch die Ichimoku-Conversion-Line bei 61,23 US-Dollar wurde zurückerobert. Solange der Silberpreis darüber bleibt, kann die Erholung weiterlaufen.
Besonders auffällig war die Reaktion auf das Tief bei 55,965 US-Dollar. Dieser Bereich wurde mehrfach verteidigt. Hinzu kommt die Hammer-Kerze vom 26. Juni 2026, die zeigt, wie entschlossen Käufer an diesem Niveau in den Markt gekommen sind.
Das sind echte Argumente für die Bullen.
Doch es gibt einen Haken: Das Volumen nimmt während des Anstiegs ab.
Und genau das sollte Anleger vorsichtig machen.
Steigende Kurse bei fallendem Volumen sind häufig ein Warnsignal. Die Bewegung wirkt stark, wird aber nicht von einer zunehmenden Beteiligung getragen. Das muss nicht sofort zu einem neuen Einbruch führen. Es spricht aber gegen eine wirklich überzeugende und nachhaltige Rally.
Kurz gesagt: Die Bullen bekommen Luft. Sie kämpfen aber weiterhin in einem Markt, den die Bären kontrollieren.
Diese Marke entscheidet über die nächste große Bewegung
Die wichtigste Unterstützung liegt bei 55,965 US-Dollar.
Dieser Bereich ist weit mehr als nur ein zufälliges Tagestief. Er wurde mehrfach verteidigt, hat eine klare Reaktion ausgelöst und durch die Hammer-Kerze zusätzlich an technischer Bedeutung gewonnen.
Damit ist 55,965 US-Dollar aktuell der zentrale Pivot auf der Unterseite.
Für spekulative Anleger liegt die interessante Long-Zone zwischen 56 und 58 US-Dollar. Dort treffen die Demand-Zone und der Bereich des jüngsten Swing-Lows aufeinander.
Kommt Silber erneut zurück und hält diese Zone, könnte es einen weiteren Erholungsversuch geben.
Fällt der Kurs dagegen unter 55,965 US-Dollar, verändert sich die Lage deutlich.
Dann wäre der wichtigste kurzfristige Boden gebrochen. In diesem Fall könnte sich der Abwärtstrend beschleunigen und deutlich tiefere Kursziele aktivieren.
Genau deshalb ist diese Marke aktuell so wichtig.
Bei 65 US-Dollar wird es gefährlich
Auf dem Weg nach oben wartet bereits der erste harte Widerstand.
Rund um 65 US-Dollar trifft der Silberpreis auf eine fallende Trendlinie. Gleichzeitig liegt dort die Nähe zum 20-Tage-Durchschnitt.
Das macht den Bereich zu einer ersten echten Bewährungsprobe für die aktuelle Rally.
Sollte Silber dort klar abgewiesen werden, wäre das ein starkes Signal dafür, dass die Erholung an Kraft verliert.
Besonders kritisch: Genau in dieser Zone könnte eine Bull Trap entstehen.
Der Kurs steigt, Anleger springen aus Angst, etwas zu verpassen, auf den Zug auf – und direkt am Widerstand drehen die Kurse wieder nach unten.
Das Risiko ist momentan besonders hoch, weil die Rally von fallendem Volumen begleitet wird.
Die spannendste Short-Zone liegt erst bei 69 bis 70,5 US-Dollar
Noch interessanter wird es etwas höher.
Zwischen 69 und 70,5 US-Dollar treffen gleich mehrere starke Widerstände aufeinander.
Bei 69,01 US-Dollar liegt das 38,2-%-Fibonacci-Retracement. Nur wenig darüber verläuft der SuperTrend bei 70,45 US-Dollar.
Diese Kombination macht den Bereich zu einem massiven Widerstands-Cluster.
Genau deshalb ist diese Zone aus technischer Sicht so spannend.
Sollte der Silberpreis bis dorthin steigen und anschließend klare Schwächesignale zeigen, könnte sich eine attraktive Gelegenheit für Trendfolger ergeben.
Denn dann würden gleich mehrere Faktoren zusammenkommen: der übergeordnete Abwärtstrend, eine Erholung in einen starken Widerstand und ein Bereich, in dem Käufer erst noch beweisen müssten, dass sie tatsächlich genug Kraft für eine echte Trendwende besitzen.
Für mich ist der Bereich zwischen 69 und 70,5 US-Dollar deshalb die interessanteste potenzielle Short-Zone im aktuellen Chartbild.
Das bärische Szenario hat aktuell die besten Karten
Das bevorzugte Szenario bleibt die Fortsetzung des Abwärtstrends nach einer Rally in den Widerstand.
Ein aggressiver Einstieg könnte sich bei rund 65 US-Dollar ergeben, wenn Silber dort klar an der fallenden Trendlinie oder am 20-Tage-Durchschnitt scheitert.
Wer konservativer vorgehen will, könnte auf einen Tagesschluss unterhalb der Conversion-Line warten. Ein Rückfall in Richtung 61 US-Dollar würde zeigen, dass das kurzfristige Momentum erneut kippt.
Ein möglicher Stop liegt bei 70,70 US-Dollar. Das entspricht ungefähr dem 1,5-Fachen der Average True Range über dem aggressiven Einstieg.
Das erste Ziel liegt bei 56 US-Dollar. Hier würde Silber das jüngste Tief erneut testen. Das Chance-Risiko-Verhältnis beträgt ungefähr 1,6 zu 1.
Das zweite Ziel liegt bei 48,75 US-Dollar. Dort wartet eine relevante Volumen-Unterstützung. Das mögliche Chance-Risiko-Verhältnis steigt damit auf ungefähr 2,9 zu 1.
Das dritte Ziel befindet sich bei 42 US-Dollar. Dieser Bereich entspricht einer früheren Konsolidierungszone und bietet ein mögliches Chance-Risiko-Verhältnis von rund 4 zu 1.
Beim Trade-Management gilt: Nach Erreichen des ersten Ziels könnte der Stop auf den Einstandskurs nachgezogen werden. Nach dem zweiten Ziel wäre es möglich, den Stop mithilfe des SuperTrend weiterzuführen.
Die Konfidenz für dieses Szenario ist hoch.
Dafür sprechen die bestehende Trendrichtung, der starke Widerstands-Cluster und das schwache Volumen während der aktuellen Erholung.
Die bullische Wette ist möglich – aber riskant
Natürlich kann die Erholung weiterlaufen.
Wer auf steigende Silberpreise setzen will, sollte aber wissen, worauf er sich einlässt. Es handelt sich aktuell um einen Trade gegen den Haupttrend.
Und genau solche Trades können schnell gefährlich werden.
Ein aggressiver Long-Einstieg könnte bei etwa 59,50 US-Dollar interessant werden, wenn die Conversion-Line sauber als Unterstützung bestätigt wird.
Deutlich stärker wäre das bullische Signal allerdings erst bei einem Tagesschluss über 70,45 US-Dollar.
Ein konservativer Einstieg wäre deshalb erst oberhalb von 71 US-Dollar interessant. Dann hätte Silber den SuperTrend zurückerobert und möglicherweise die Basis für eine strukturelle Trendwende gelegt.
Ein möglicher Stop liegt bei 55,90 US-Dollar und damit unter dem jüngsten Swing-Low.
Das erste Ziel für die Bullen befindet sich bei 69 US-Dollar am 38,2-%-Fibonacci-Retracement. Das mögliche Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei ungefähr 2,6 zu 1.
Das zweite Ziel liegt bei 73 US-Dollar am 50-%-Fibonacci-Retracement. Damit steigt das mögliche Chance-Risiko-Verhältnis auf rund 3,8 zu 1.
Das dritte Ziel befindet sich bei 77 US-Dollar am 61,8-%-Fibonacci-Retracement. Hier wäre ein Chance-Risiko-Verhältnis von ungefähr 4,9 zu 1 möglich.
Die möglichen Ziele sehen attraktiv aus.
Trotzdem bleibt die Konfidenz niedrig.
Der Grund ist einfach: Der Trade läuft gegen den Haupttrend und das Volumen spricht bislang nicht für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung.
Warum zwischen 58 und 68 US-Dollar Vorsicht angesagt ist
Nicht jede Bewegung muss gehandelt werden.
Gerade jetzt könnte Abwarten die bessere Entscheidung sein.
Der Bereich zwischen 58 und 68 US-Dollar ist technisch unruhig. Dort fehlen klare Marken für ein überzeugendes Chance-Risiko-Verhältnis. Der Markt könnte kurzfristig in beide Richtungen ausschlagen, ohne ein sauberes Signal zu liefern.
Deshalb ist dieser Bereich aus meiner Sicht eher eine No-Trade-Zone.
Wirklich interessant wird es erst an den entscheidenden Marken.
Ein Bruch unter 55,965 US-Dollar könnte den Abwärtstrend beschleunigen.
Eine Rückeroberung des SuperTrend oberhalb von 70,45 US-Dollar würde dagegen erstmals die Möglichkeit einer echten strukturellen Trendwende eröffnen.
Dazwischen ist Geduld gefragt.
Silber schwankt extrem – das ist jetzt das größte Risiko
Silber ist momentan nichts für schwache Nerven.
Die Average True Range liegt bei rund 3,80 US-Dollar beziehungsweise 6,2 %. Das zeigt, wie stark der Markt derzeit schwankt.
Für Anleger und Trader bedeutet das: Die Positionsgröße muss strikt an die hohe Volatilität angepasst werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Silber notiert rund 4,5 % unter dem 20-Tage-Durchschnitt und etwa 15 % unter dem 50-Tage-Durchschnitt.
Das sieht zunächst nach einer starken Überdehnung aus.
Allerdings ist die Distanz noch nicht so groß, dass der Markt zwingend zu einer schnellen Gegenbewegung gezwungen wäre.
Der größte Risikofaktor bleibt deshalb eine Bull Trap im Bereich von 65 US-Dollar.
Eine Rally mit dünnem Volumen trifft dort auf einen harten Widerstand. Genau solche Situationen können in einem Bärenmarkt besonders gefährlich werden.
Mein Fazit zur Silberpreis Prognose
Die aktuelle Erholung beim Silberpreis ist real. Der MACD dreht nach oben, die Conversion-Line wurde zurückerobert und der Bounce vom Tief bei 55,965 US-Dollar zeigt, dass Käufer noch da sind.
Doch das reicht noch nicht für eine Trendwende.
Der Silberpreis handelt weiterhin unter dem 20-Tage- und 50-Tage-Durchschnitt, unter der Ichimoku-Wolke und unter dem SuperTrend bei 70,45 US-Dollar.
Gleichzeitig nimmt das Volumen während der Rally ab.
Für mich bleibt deshalb klar: Die Bären haben den Markt weiter unter Kontrolle.
Besonders spannend wird es erst zwischen 69 und 70,5 US-Dollar. Dort treffen das 38,2-%-Fibonacci-Retracement und der SuperTrend aufeinander. Läuft Silber in diese Zone und zeigt dort Schwäche, könnte sich daraus eine der interessantesten Short-Chancen der aktuellen Bewegung ergeben.
Anleger sollten sich deshalb nicht von einigen starken Handelstagen blenden lassen.
Die wichtigste Lektion dieser Silberpreis Prognose lautet: Gerade in einem Bärenmarkt können starke Erholungen die gefährlichsten Fallen sein – und gleichzeitig die besten Chancen bieten, wenn sie an einem massiven Widerstand scheitern.
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