Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze beschleunigte sich im Mai dank vorgezogener politischer Unterstützungsmaßnahmen auf ein 17-Monats-Hoch. Das bessere Sentiment nach dem Zollstreit zwischen den USA und China stützte das Exportwachstum und die Industrieproduktion. Der Immobiliensektor schrumpfte weiter und belastete die Gesamtinvestitionen in Sachanlagen. Laut einem Bericht der Standard Chartered-Ökonomen sind weitere Unterstützungsmaßnahmen erforderlich.
Die Erholung der privaten Nachfrage setzte sich im Mai fort
„Die Daten zur realen Wirtschaftstätigkeit im Mai deuten darauf hin, dass der private Konsum weiter angezogen hat und die Produktionstätigkeit unter anderem aufgrund der vorgezogenen fiskalischen Impulse und der Exportaufträge robust blieb. Das Wachstum der Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsätze beschleunigte sich auf 0,61 % bzw. 0,93 % gegenüber dem Vormonat.
Das Exportwachstum verlangsamte sich, blieb jedoch stabil, während die Importe im Jahresvergleich schneller zurückgingen, was zu einem höheren Handelsüberschuss im Mai führte. Darüber hinaus beschleunigte sich das Wachstum des Dienstleistungsindex auf 6,2 % im Jahresvergleich. Wir schätzen, dass das monatliche BIP-Wachstum über 5 % im Jahresvergleich blieb. Daher sehen wir Aufwärtsrisiken für unsere Prognose für das BIP-Wachstum im zweiten Quartal von 4,7 % im Jahresvergleich.
„Unterdessen bleiben wir hinsichtlich der Wachstumsaussichten für das zweite Halbjahr vorsichtig. Der Immobiliensektor belastet die Wirtschaft weiterhin erheblich: Die Immobilieninvestitionen gingen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 um 10,7 % gegenüber dem Vorjahr zurück und setzten damit den zweistelligen Rückgang aus dem Jahr 2024 fort; die Hausverkäufe, Hauspreise und Neubauten gingen im Mai gegenüber April schneller zurück. Unserer Ansicht nach sind weitere politische Unterstützungsmaßnahmen erforderlich, um den Markt zu stabilisieren. Die überdurchschnittliche Wirtschaftsleistung seit Jahresbeginn profitierte von vorgezogenen fiskalischen Impulsen, darunter das Programm zum Austausch von Konsumgütern, dessen Auswirkungen wir im zweiten Halbjahr für nachlassend halten. Extern dürfte der anhaltende globale Handelskrieg zu einem langsameren globalen Wachstum und einer schwächeren Nachfrage führen. Unser Basisszenario geht davon aus, dass die aktuellen US-Zölle auf chinesische Produkte nach der im letzten Monat in Genf vereinbarten 90-tägigen Zollpause beibehalten werden und sich die Exportaufträge nach dem Vorzieheffekt wieder normalisieren werden.“
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