- Der Goldpreis setzt seinen Aufwärtstrend in der frühen asiatischen Sitzung am Montag nahe 3.920 USD fort.
- Die Bedenken über eine längere US-Regierungsstilllegung und die Wetten auf Zinssenkungen der Fed stützen den Goldpreis.
- In diesem Jahr werden zwei weitere Zinssenkungen der Fed erwartet.
Der Goldpreis (XAU/USD) zieht in der frühen asiatischen Sitzung am Montag einige Käufer zu einem neuen Rekordhoch von rund 3.920 USD an. Die Ungewissheit über eine US-Regierungsstilllegung und die Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) unterstützen das Edelmetall.
US-Senatoren konnten zum vierten Mal keine Ausgabenbeschlüsse zur Wiedereröffnung der Bundesregierung verabschieden, wodurch die laufende Stilllegung in eine neue Woche verlängert wird. Die Ungewissheit über eine US-Regierungsstilllegung und verzögerte wichtige Datenveröffentlichungen erhöhen die Zuflüsse in sichere Anlagen, was dem gelben Metall zugutekommt.
"Ich denke, je länger die Regierung geschlossen bleibt, desto mehr wird das ein stetiger bullischer Faktor für den Goldmarkt sein. Wenn sie zufällig am Wochenende eine überraschende Vereinbarung zur Wiedereröffnung der Regierung treffen, wäre das wahrscheinlich ein bärischer Faktor," sagte Jim Wyckoff, leitender Analyst bei Kitco Metals.
Darüber hinaus heben wachsende Spekulationen über eine Zinssenkung der US-Notenbank bei der bevorstehenden Sitzung das Edelmetall an. Laut Berechnungen von LSEG sehen Händler eine Zinssenkung um 25 Basispunkte (bps) bei der Sitzung der Fed im Oktober als nahezu sicher an. Der Terminmarkt hat etwa 47 Basispunkte Zinssenkungen für den Rest des Jahres eingepreist, was knapp unter zwei Senkungen entspricht.
Niedrigere Zinssätze könnten die Opportunitätskosten des Haltens von Gold senken und das nicht verzinsliche Edelmetall unterstützen. Allerdings sind kurzfristige Gewinnmitnahmen nach der achtwöchigen Rallye des Goldes nicht auszuschließen.
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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