- AUD/USD steigt, da fallende Ölpreise und eine Pause im Nahostkonflikt den US-Dollar belasten.
- Vorsicht der US-Militärs und erschöpfte Bestände an Abfangraketen helfen vorerst, eine weitere Eskalation mit dem Iran einzudämmen.
- Starke australische Arbeitsmarktdaten für Juni erhöhen die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der RBA nach den anstehenden Inflationsberichten.
AUD/USD baut seine Gewinne am zweiten Handelstag in Folge aus und pendelt während der asiatischen Handelsstunden am Montag nahe 0,7000. Das Paar wertet auf, da der US-Dollar (USD) zusammen mit einem starken Rückgang der Ölpreise nachgibt. Diese Bewegung folgte auf die Entscheidung der Vereinigten Staaten (US), am Wochenende auf einen Angriff auf den Iran zu verzichten, während Teheran seine eigenen Vergeltungsschläge aussetzte.
Die kurze US-Iran-Pause kam nach 13 Tagen eskalierender Konflikte. Dennoch bleiben die Marktteilnehmer angesichts möglicher Versorgungsunterbrechungen vorsichtig, da die von Iran unterstützten Houthi im Jemen die Verantwortung für Angriffe auf saudische Anlagen entlang des Roten Meeres übernahmen.
Obwohl die USA ihre Gründe für das Aussetzen der Angriffe nicht offiziell offenlegten, deuten Berichte auf wachsende Sorgen über schwindende Bestände an Abfangraketen und einen Mangel an verbleibenden Zielen im Iran hin. Zudem soll General Dan Caine, Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff, Präsident Trump am Freitag gewarnt haben, dass eine Fortsetzung der Kampagne die kritischen Munitionsreserven stark belasten würde.
Über die geopolitischen Entwicklungen hinaus stellen sich Anleger auf die anstehende geldpolitische Sitzung der Federal Reserve (Fed) ein. Es wird allgemein erwartet, dass die Fed die Zinsen am Mittwoch unverändert lässt, bevor sie im September die Zinserhöhungen wieder aufnimmt, obwohl eine Minderheit der Marktteilnehmer bei der Sitzung in dieser Woche weiterhin einen überraschenden Schritt erwartet.
Unterdessen haben starke Arbeitsmarktdaten für Juni aus Australien die Erwartungen an eine weitere geldpolitische Straffung durch die Reserve Bank of Australia (RBA) bekräftigt, die die Zinsen in diesem Jahr bereits dreimal angehoben hat. Anleger richten nun ihre Aufmerksamkeit auf die später in dieser Woche anstehenden Inflationszahlen für Juni und das zweite Quartal, da anhaltender Preisdruck den lokalen Ausblick weiterhin dominiert.
Australischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.
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