- AUD/USD setzt den Rückgang auf 0,6485 im frühen asiatischen Handel am Montag fort.
- Die erhöhten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten stützen den US-Dollar und erzeugen Gegenwind für das Paar.
- Chinas Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion stehen am Montag im Fokus.
Das Währungspaar AUD/USD schwächt sich am Montag im frühen asiatischen Handel auf 0,6485 ab. Die eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten nach einem israelischen Angriff auf den Iran bieten dem US-Dollar (USD) etwas Unterstützung. Später am Montag bereiten sich die Anleger auf die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze und der Industrieproduktion Chinas für Mai vor, um frischen Antrieb zu erhalten.
Am Freitag begann Israel mit Angriffen auf den Iran, bei denen Nuklearanlagen und Rüstungsfabriken ins Visier genommen wurden und militärische Führer getötet wurden. Spät am Sonntag startete der Iran einen neuen Angriff auf Israel, bei dem es in der Küstenstadt Haifa zu einer Explosion kam. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Mehr News berichtete am Sonntag, dass die vierte Phase der iranischen Operation gegen Israel begonnen habe. Iranische Beamte betonten, dass sie „entschlossen auf jedes Abenteuer” von Israel reagieren würden.
Angesichts der steigenden geopolitischen Spannungen ignorierten die Anleger die positiven US-Wirtschaftsdaten, die am Freitag veröffentlicht wurden. Der Michigan Consumer Sentiment Index sprang im Juni von 52,2 im vorherigen Monat auf 60,5, was die erste Verbesserung seit sechs Monaten darstellt. Dieser Wert übertraf die Erwartungen.
Die Anleger werden die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion Chinas für Mai im Auge behalten, die später am Montag fällig sind. Wenn die Berichte ein stärker als erwartetes Ergebnis zeigen, könnte dies den China-Proxy Aussie anheben, da China ein wichtiger Handelspartner Australiens ist.
Australischer Dollar FAQs
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.
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