- AUD/USD gewinnt, da der Australische Dollar Unterstützung bei steigenden Erwartungen an Zinserhöhungen der RBA findet.
- Der EMI für das verarbeitende Gewerbe in Australien blieb im Dezember bei 51,6, unter der Schnellschätzung von 52,2 und unverändert im Vergleich zu November.
- Der US-Dollar schwächt sich, da die Märkte zwei zusätzliche Zinssenkungen der Federal Reserve im Jahr 2026 einpreisen.
AUD/USD erholt sich von den jüngsten Verlusten, die in der vorherigen Handelsperiode verzeichnet wurden, und steigt während der asiatischen Handelsstunden am Freitag in Richtung 0,6690. Das Paar gewinnt, da der Australische Dollar (AUD) Unterstützung findet, angesichts wachsender Erwartungen an Zinserhöhungen der Reserve Bank of Australia (RBA). Der VPI-Bericht für das vierte Quartal Australiens wird für den 28. Januar erwartet. Analysten weisen darauf hin, dass ein stärker als erwarteter Kerninflationswert für das vierte Quartal eine Zinserhöhung bei der Sitzung der RBA am 3. Februar auslösen könnte.
RBA-Gouverneurin Michele Bullock sagte zuvor, dass der Vorstand zwar keine Zinserhöhung ausdrücklich in Betracht gezogen habe, jedoch die Bedingungen diskutiert wurden, unter denen die Zinssätze im Jahr 2026 steigen müssten. Die Protokolle der RBA-Sitzung im Dezember deuteten darauf hin, dass die politischen Entscheidungsträger bereit sind, die Geldpolitik zu straffen, wenn die Inflation nicht wie erwartet sinkt.
Der saisonbereinigte S&P Global Australia Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe lag im Dezember 2025 bei 51,6, leicht unter der Schnellschätzung von 52,2 und unverändert im Vergleich zu November. Der Index hielt sich auf einem Drei-Monats-Hoch, wobei die Produktion und die neuen Aufträge weiterhin expandierten, wenn auch in langsamerem Tempo.
Das Währungspaar AUD/USD erhält ebenfalls Unterstützung, da der US-Dollar aufgrund der Erwartungen an zwei zusätzliche Zinssenkungen der Federal Reserve im Jahr 2026 unter Druck steht, was widerspiegelt, dass sich die geldpolitischen Wege zwischen der US-Notenbank (Fed) und der Reserve Bank of Australia unterscheiden. Die Märkte bereiten sich darauf vor, dass US-Präsident Donald Trump einen neuen Fed-Vorsitzenden nominieren wird, um Jerome Powell zu ersetzen, wenn seine Amtszeit im Mai endet, ein Schritt, der die Geldpolitik in Richtung niedrigerer Zinssätze verschieben könnte.
Die Protokolle der FOMC-Sitzung im Dezember deuteten darauf hin, dass die meisten Teilnehmer der Meinung waren, dass es wahrscheinlich angemessen wäre, bei weiteren Zinssenkungen abzuwarten, wenn die Inflation im Laufe der Zeit zurückgeht. In der Zwischenzeit sagten einige Fed-Beamte, es könnte am besten sein, die Zinssätze eine Weile unverändert zu lassen, nachdem das Komitee 2025 drei Zinssenkungen vorgenommen hatte, um den schwächelnden Arbeitsmarkt zu unterstützen.
Australischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.
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