• AUD/USD handelt niedriger, da robuste US-Daten und vorsichtige Fed-Rhetorik den Dollar stützen.
  • Märkte schieben die Erwartungen an Zinssenkungen der Fed auf kurze Sicht zurück.
  • Der Fokus verlagert sich auf Chinas BIP, die PBoC-Entscheidung und wichtige US-Veröffentlichungen in der nächsten Woche.

Der Australische Dollar (AUD) handelt am Freitag auf der Rückseite gegenüber dem US-Dollar (USD), da robuste US-Wirtschaftsdaten und hawkisch orientierte Rhetorik der Federal Reserve (Fed) den Greenback fest unterstützen. Zum Zeitpunkt der Erstellung handelt AUD/USD bei etwa 0,6684, was einem Rückgang von etwa 0,20% im Tagesverlauf entspricht und darauf hindeutet, dass die Woche mit marginalen Verlusten enden wird.

Das Paar hat Schwierigkeiten, Kaufinteresse zu wecken, nachdem eine Reihe positiver US-Veröffentlichungen die Erwartungen verstärkt hat, dass die Fed wahrscheinlich einen vorsichtigen, schrittweisen Lockerungspfad beibehalten wird, was die Hoffnungen auf Zinssenkungen auf kurze Sicht verringert.

Die in dieser Woche veröffentlichten Daten zeigten, dass die Bedingungen auf dem US-Arbeitsmarkt stabil bleiben. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen auf 198.000 und übertrafen die Erwartungen von 215.000, während auch die regionalen Umfragen zur Industrie sich verbesserten, wobei sowohl der Empire State- als auch der Philadelphia Fed-Index in den positiven Bereich zurückkehrten.

Die Inflationsdaten zu Beginn der Woche lieferten ein gemischtes, aber dennoch relativ festes Signal. Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im Dezember um 0,3% im Vergleich zum Vormonat und entsprach den Erwartungen, wodurch die jährliche Rate bei 2,7% stabil blieb. Während der Kern-CPI um 0,2% im Vergleich zum Vormonat anstieg und damit unter der Prognose von 0,3% lag. Im Jahresvergleich fiel die Kerninflation auf 2,6% und blieb damit unter den Erwartungen von 2,7%.

Die Märkte preisen vollständig ein, dass es bei der bevorstehenden Sitzung im Januar keine Änderungen geben wird, und erwarten im Großen und Ganzen, dass die Fed bis zum Ende des ersten Quartals auf dem aktuellen Stand bleibt. Laut dem CME FedWatch Tool wird der Juni derzeit als der wahrscheinlichste Zeitpunkt für die erste Zinssenkung in diesem Jahr angesehen, mit Wahrscheinlichkeiten von etwa 46%.

Im Gegensatz dazu wird die Reserve Bank of Australia (RBA) allgemein als am Ende ihres Lockerungszyklus angesehen, da die Inflation weiterhin über dem Zielwert liegt. Die Erwartungen wachsen, dass die Zentralbank die Zinsen im Laufe des Jahres unverändert lassen wird, wobei einige Marktteilnehmer sogar die nächste Bewegung eher als Zinserhöhung sehen.

Mit Blick auf die Zukunft werden die Händler ihre Aufmerksamkeit auf einen geschäftigen Wirtschaftskalender in der nächsten Woche richten. In Australien werden der TD-MI Inflationsindikator und die Arbeitsmarktdaten im Fokus stehen. Gleichzeitig stehen Chinas BIP für das vierte Quartal, die Aktivitätsdaten für Dezember und die Zinsentscheidung der People's Bank of China an, die wichtige Treiber für den Australischen Dollar sein könnten, angesichts der engen Handelsbeziehungen Australiens zu China.

In den Vereinigten Staaten werden die Händler auch die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) (annualisiert) und den Bericht über die persönlichen Konsumausgaben (PCE) zur Inflation beobachten, um frische Hinweise auf die geldpolitische Ausrichtung zu erhalten.

Australischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.

China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.

Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.

Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.

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