• AUD/USD beendet eine dreitägige Verlustserie, da die allgemeine Schwäche des US-Dollars das Paar anhebt.
  • Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed belasten den Greenback nach Berichten über eine DOJ-Ermittlung, die den Vorsitzenden Powell betrifft.
  • Divergenz zwischen der RBA- und Fed-Politik sowie hawkische Zinserwartungen in Australien bieten zusätzliche Unterstützung für den AUD.

Der Australische Dollar (AUD) gewinnt am Montag an Zugkraft gegenüber dem US-Dollar (USD), während AUD/USD eine dreitägige Verlustserie beendet, da die allgemeine Schwäche des Greenbacks das Paar anhebt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert AUD/USD bei etwa 0,6714 und liegt damit fast 0,35 % im Plus.

Der US-Dollar gerät nach Berichten über die Ausstellung von Vorladungen durch das US-Justizministerium (DoJ) im Rahmen einer strafrechtlichen Untersuchung, die den Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, betrifft, erneut unter Verkaufsdruck, was frische Bedenken hinsichtlich des politischen Drucks auf die Zentralbank aufwirft.

In der Zwischenzeit handelt der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, bei etwa 98,88, nachdem er von einem Monatshoch zurückgegangen ist.

Powell hielt dagegen und erklärte, die Maßnahme sei politisch motiviert und die Fed müsse die Politik weiterhin auf der Grundlage wirtschaftlicher Bedingungen und nicht politischen Drucks festlegen.

Im Bereich der Geldpolitik hält die wachsende politische Divergenz zwischen der Fed und der Reserve Bank of Australia (RBA) AUD/USD nach oben geneigt.

Die Fed bleibt auf einem schrittweisen Lockerungskurs, nachdem die gemischten US-Arbeitsmarktdaten der letzten Woche die Erwartungen an eine Zinssenkung in naher Zukunft verringert haben, obwohl die Händler weiterhin mit insgesamt etwa 50 Basispunkten (bps) Lockerung in diesem Jahr rechnen.

In der Zukunft werden die Händler die US-Verbraucherpreisindexdaten (CPI), die am Dienstag fällig sind, genau beobachten, um weitere Hinweise auf die geldpolitische Perspektive der Fed zu erhalten, während sie auch die Äußerungen wichtiger Fed-Beamter im Laufe der Woche analysieren.

In Australien erwarten die Märkte zunehmend, dass der nächste Schritt der RBA eine Zinserhöhung sein könnte, da die neuesten Inflationsdaten zeigen, dass der Preisdruck über dem Zielband von 2-3 % der Zentralbank bleibt.

In einem kürzlichen Interview mit ABC News sagte der stellvertretende Gouverneur der RBA, Andrew Hauser, es sei "immer noch wahr", dass die Australier wahrscheinlich die letzten Zinssenkungen in diesem Zyklus gesehen hätten. In der Zwischenzeit zeigte eine Umfrage der Australian Financial Review, dass 17 von 38 Ökonomen nun mindestens zwei Zinserhöhungen in den nächsten 18 Monaten erwarten.

Auf der Datenseite bleibt der australische Wirtschaftskalender in dieser Woche relativ leicht, mit dem Westpac-Verbrauchervertrauen, das für Dienstag geplant ist, und den Verbraucherinflationserwartungen, die am Donnerstag fällig sind. Die Märkte werden auch die Handelsdaten Chinas am Mittwoch verfolgen, da Entwicklungen bei Exporten und Importen oft den AUD beeinflussen, aufgrund der engen wirtschaftlichen Beziehungen Australiens zu China.

Australischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.

China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.

Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.

Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.

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