Der EUR/USD-Kurs zeigte sich am Donnerstag weitgehend stabil und bewegte sich um die Marke von 1,0400. Die erwartete Entscheidung der US-Notenbank (Fed), die Zinsen unverändert zu lassen, sorgte kaum für Reaktionen. Auch die Rede von Fed-Chef Jerome Powell bot wenig Überraschungen. Seine Aussagen waren weder besonders locker noch besonders restriktiv – genau die Balance, die der Markt erwartet hatte.
Nachdem die kurzfristige Unsicherheit über die Zinsentscheidung verflogen war, kehrten die Finanzmärkte rasch zu ihren vorherigen Niveaus zurück. Doch das könnte nur die Ruhe vor der nächsten Bewegung sein.
EZB liefert, aber der Markt bleibt unbeeindruckt
Auch auf europäischer Seite gab es wichtige Entscheidungen. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte wie erwartet die Leitzinsen um 25 Basispunkte. Damit liegen die Zinssätze nun bei 2,9 % (Hauptrefinanzierungsgeschäft), 3,15 % (Spitzenrefinanzierungsfazilität) und 2,75 % (Einlagefazilität).
Die begleitende Erklärung der EZB ließ durchblicken, dass die wirtschaftlichen Herausforderungen weiterhin groß sind. Dennoch sei davon auszugehen, dass steigende Realeinkommen und das allmähliche Nachlassen der restriktiven Geldpolitik in den kommenden Monaten die Nachfrage wieder ankurbeln.
Der Markt reagierte darauf kaum. Erst mit der Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde und den US-Konjunkturdaten kam wieder etwas Bewegung ins Spiel.
US-Wirtschaft zeigt erste Schwächesignale
In den USA wurde die erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das vierte Quartal veröffentlicht. Mit einem Wachstum von 2,3 % auf annualisierter Basis lag der Wert unter den erwarteten 2,6 % und deutlich unter den 3,1 % aus dem dritten Quartal.
Interessanter war allerdings der Blick auf die Inflation. Der von der Fed bevorzugte PCE-Kernpreisindex stieg im Quartal um 2,5 % – genau wie von den Märkten erwartet. Die Zahl bestätigt, dass die Inflation weiterhin zurückgeht, aber noch nicht auf einem Niveau ist, das der Fed für Zinssenkungen ausreicht.
Eine Überraschung gab es bei den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Statt eines Anstiegs wie erwartet, fielen die Zahlen von 223.000 auf 207.000. Das signalisiert, dass der US-Arbeitsmarkt weiterhin stabil ist – ein wichtiges Argument für die Fed, die Zinsen länger hochzuhalten.
Technischer Ausblick: EUR/USD steckt fest – aber nicht mehr lange
Auf technischer Seite bleibt EUR/USD in einem engen Korridor gefangen. Der Tageschart zeigt, dass der Kurs den dritten Tag in Folge im Minus notiert, allerdings ohne großen Abwärtsdruck. Die 100- und 200-Tage-SMAs liegen weit über dem aktuellen Kurs und signalisieren eine längerfristige Abwärtstendenz. Gleichzeitig bietet die 20-Tage-SMA um 1,0350 eine dynamische Unterstützung, die bisher gehalten hat.

Die technischen Indikatoren liefern keine klare Richtung. Während sich der Kurs weiter in der Nähe von 1,0400 hält, fehlt es an Impulsen für eine stärkere Bewegung nach oben oder unten.
Im 4-Stunden-Chart zeigt sich ein ähnliches Bild: 1,0440 bleibt ein harte Widerstandsmarke, gedeckelt durch die fallende 20-SMA. Gleichzeitig liegt eine wichtige Unterstützung bei 1,0380, direkt über der bärischen 200-SMA. Die Indikatoren tendieren flach und deuten darauf hin, dass es vorerst keine klare Richtung gibt.
Diese Marken sind jetzt entscheidend
-
Wichtige Unterstützungen:
- 1,0380 – hält diese Marke nicht, könnte es weiter nach unten gehen
- 1,0350 – nächste dynamische Unterstützung durch die 20-SMA
- 1,0310 – letzte Bastion, bevor größere Verluste drohen
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Wichtige Widerstände:
- 1,0440 – entscheidender Deckel für weitere Kursgewinne
- 1,0485 – würde einen kurzfristigen Befreiungsschlag bedeuten
- 1,0520 – Breakout-Level für einen stärkeren Anstieg
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