• AUD/USD hat die laufende Korrektur fortgesetzt und ist unter 0,6500 gefallen.
  • Der US-Dollar blieb aufgrund von Handelsbedenken und sicheren Zuflüssen gefragt.
  • Die RBA wird weitgehend erwartet, ihren OCR am Dienstag um 25 Basispunkte zu senken.

Der australische Dollar (AUD) hat im aktuellen Abwärtstrend gegenüber dem US-Dollar (USD) zugelegt und einen eher trüben Start in die neue Handelswoche erlebt. Tatsächlich geriet AUD/USD unter erhöhten Abwärtsdruck und durchbrach kurzzeitig die Unterstützung bei 0,6500, um mehrtägige Tiefststände nahe 0,6480 zu erreichen, vor dem Hintergrund einer breit angelegten Verkaufsstimmung im risikobehafteten Umfeld.

Chinas Ausblick bleibt unklar

China, Australiens größter Handelspartner, lieferte ein gemischtes, aber insgesamt ermutigendes Update.

Tatsächlich beschleunigten sich im Mai die Industrieproduktion, der Einzelhandel und die Dienstleistungsaktivitäten, was die Prognosen für ein jährliches BIP-Wachstum von etwa 5% untermauerte. Darüber hinaus zeigten die offiziellen PMI-Werte für Juni, dass der verarbeitende Sektor bei 49,7 und der nicht-verarbeitende Sektor bei 50,5 lag, während der Caixin PMI für das verarbeitende Gewerbe auf 50,4 und der Dienstleistungs-PMI auf 50,6 fiel.

Allerdings könnten anhaltende Belastungen im Immobiliensektor und der schrittweise Rückzug von Konjunkturmaßnahmen das Wachstum später im Jahr belasten und möglicherweise als Gegenwind für den Aussie auftreten.

Zentralbanken auf unterschiedlichen Wegen

Divergente Geldpolitiken bleiben ein Schlüsselfaktor, der die aktuellen Marktbedingungen beeinflusst.

Im Gegensatz dazu hielt die Federal Reserve (Fed) die Zinsen im Juni stabil, bekräftigte jedoch die Prognose für zwei Zinssenkungen um 50 Basispunkte bis zum Jahresende, wobei Vorsitzender Jerome Powell warnte, dass US-Zölle die Güterinflation wieder anheizen könnten.

Was kommt als Nächstes für AUD/USD

Die RBA wird sich am 8. Juli treffen, gefolgt von einer Pressekonferenz von Gouverneurin Michele Bullock und dem NAB Business Confidence. Später in der Woche wird der Fokus auf den Wohnungssektor mit der Veröffentlichung von Baugenehmigungen und privaten Hausgenehmigungen verlagert.

Technischer Ausblick

Der unmittelbare Widerstand liegt am 2025er Höchststand von 0,6590 (30. Juni), während das Hoch von November 2024 bei 0,6687 (7. November) und die psychologische Marke von 0,7000 auf weitere Fortschritte warten.

Auf der Unterseite bietet der 200-Tage einfache gleitende Durchschnitt (SMA) bei 0,6413 erste Unterstützung vor dem Juni-Tief von 0,6372 (23. Juni) und dem Mai-Tief von 0,6356 (12. Mai). Ein Durchbruch unter dieses Niveau könnte die Marke von 0,6000 und das 2025er Tief von 0,5913 (9. April) offenbaren.

Die Momentum-Indikatoren zeigen ein gemischtes Bild: Der Relative Strength Index (RSI), der knapp unter der 50-Schwelle liegt, deutet auf weiteres Abwärtspotenzial hin, während ein Average Directional Index (ADX) von fast 20 auf einen moderat festen Trend hindeutet.

AUD/USD Tageschart

Zusammenfassend

Der AUD/USD scheint vorerst auf erheblichen Widerstand im Bereich von 0,6600 gestoßen zu sein.

Die entscheidenden Unsicherheiten sind die politische Mischung Pekings und unerwartete Änderungen in den US-Handelseinstellungen, die derzeit nicht am Horizont erscheinen.

Die Märkte bereiten sich auf eine mögliche geringfügige RBA-Senkung später in diesem Jahr vor, wobei die Erwartungen bestehen, dass die Bank einen vorsichtigen Ansatz verfolgen wird, anstatt einen aggressiven Senkungszyklus einzuleiten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass, sofern es keinen unvorhergesehenen externen Einfluss gibt, die bullische Perspektive des australischen Dollars mittelfristig nachhaltig zu sein scheint, mit moderaten Anstiegen, solange er über seinem 200-Tage-SMA bleibt.

RBA - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Reserve Bank of Australia (RBA) legt die Geldpolitik des Landes fest und strebt eine Inflationsrate von 2-3 % an. Zinssatzerhöhungen stärken in der Regel den australischen Dollar, während Zinssenkungen ihn schwächen.

Traditionell galt Inflation als nachteilig für Währungen, da sie den Wert des Geldes mindert. In modernen Volkswirtschaften hat sich jedoch gezeigt, dass moderate Inflation zu Zinserhöhungen durch Zentralbanken führt, was wiederum Kapitalzuflüsse aus dem Ausland anzieht. Investoren suchen nach höheren Renditen, was die Nachfrage nach der lokalen Währung – im Fall Australiens den Australischen Dollar – stärkt.

Makroökonomische Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Einkaufsmanagerindex (PMI) haben direkten Einfluss auf die Währungen eines Landes. Eine starke Wirtschaft zieht Kapital an und stärkt die heimische Währung.

Quantitative Lockerung (QE) ist ein geldpolitisches Instrument, das in Krisenzeiten eingesetzt wird, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Kreditvergabe in der Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Reserve Bank of Australia (RBA) nutzt QE, indem sie australische Dollar druckt, um damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten aufzukaufen. Damit wird den Banken dringend benötigte Liquidität zur Verfügung gestellt. Eine solche Maßnahme führt in der Regel zu einer Abwertung des australischen Dollars.

Quantitative Straffung (QT) stellt das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) dar und wird eingeleitet, sobald sich die Wirtschaft erholt und die Inflation wieder anzieht. Während die Reserve Bank of Australia (RBA) im Rahmen der QE Staats- und Unternehmensanleihen aufkauft, um den Finanzmärkten Liquidität zuzuführen, beendet sie bei QT diese Käufe und reinvestiert nicht in fällige Anleihen. Diese geldpolitische Maßnahme wird in der Regel als positiv für den australischen Dollar bewertet.

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