Die Volkswirte von Wells Fargo haben ihre Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 auf 2,7 Prozent angehoben und ihre Erwartung für die globale Inflation, gemessen am Verbraucherpreisindex (CPI), auf 4,3 Prozent gesenkt. Ausschlaggebend ist nach Einschätzung der Experten ein etwas niedrigerer Ölpreis. Zudem rechnen sie mit letzten Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB), der Reserve Bank of Australia (RBA) und der Bank of Japan (BoJ). Für die Bank of England (BoE) halten sie einen kurzen Zinserhöhungszyklus für möglich, während die Bank of Canada (BoC) die Zinsen voraussichtlich unverändert lassen dürfte. In den Schwellenländern erwarten sie dagegen ein gemischtes Bild aus Zinssenkungen und Straffungen.

Uneinheitliche Geldpolitik der großen Notenbanken

„Wir haben unsere Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 2,7 Prozent angehoben und unsere Erwartung für die globale Verbraucherpreisinflation um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent gesenkt, um einem etwas niedrigeren durchschnittlichen Ölpreis Rechnung zu tragen.“

„Wir rechnen mit letzten Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank, der Reserve Bank of Australia und der Bank of Japan sowie möglicherweise mit dem Beginn eines kurzen Zinserhöhungszyklus der Bank of England, wo die Preisobergrenze der Regulierungsbehörde Ofgem einen Teil der Weitergabe des jüngsten Energiepreisanstiegs verzögert hat.“

„Andere Notenbanken, etwa die Bank of Canada, dürften die Leitzinsen dagegen eher unverändert lassen, während sie prüfen, ob sich die durch Rohstoffpreise verursachten Preissteigerungen stärker auf die zugrunde liegende Inflation auswirken.“

„In den Schwellenländern entwickelt sich die Geldpolitik dagegen zunehmend unterschiedlich. Wir erwarten weitere Zinssenkungen der chinesischen Notenbank, da die Binnennachfrage schwach bleibt. Die brasilianische Zentralbank dürfte ihren Zinssenkungskurs fortsetzen, da der Inflationsdruck nachlässt. Dagegen rechnen wir mit weiteren Straffungen durch die Reserve Bank of India, während die mexikanische Zentralbank Banxico ihre Leitzinsen voraussichtlich unverändert lassen wird.“

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