• WTI setzt seinen Aufwärtstrend fort und erhält weiterhin Unterstützung durch anhaltende geopolitische Unsicherheiten.
  • Die Pattsituation zwischen den USA und dem Iran über die Straße von Hormus schürt Sorgen über das Angebot und bietet zusätzliche Unterstützung.
  • Das fundamentale Umfeld spricht für die Bullen und untermauert die Aussicht auf eine weitere Aufwertung auf kurze Sicht.

West Texas Intermediate (WTI) – der US-Benchmarkpreis für Rohöl – zieht am zweiten Tag in Folge Anschlusskäufe an und steigt im frühen europäischen Handel am Dienstag auf den höchsten Stand seit dem 23. Juli. Die Bullen versuchen nun, den Schwung über die Marke von 92,00 USD hinaus auszubauen, da sich die US-iranische Konfrontation ausweitet.

In der jüngsten Entwicklung rund um die Krise im Nahen Osten haben US-Streitkräfte am Wochenende drei iranische Öltanker angegriffen und außer Gefecht gesetzt. Dies ist eine Vergeltungsmaßnahme für einen ballistischen Raketenangriff der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC), der zwei Kriegsschiffe der US-Marine in der Region zum Ziel hatte, was die geopolitische Risikoprämie aufrechterhält und die Rohölpreise weiterhin stützt.

Öl-Risikoprämie bleibt gestützt, da die Spannungen zwischen den USA und dem Iran wieder aufflammen

Laut Rohstoffstrategen von TD Securities verstärkt die jüngste Eskalation der geopolitischen Spannungen die Anfälligkeit der derzeitigen Entspannung an den Energiemärkten. Sie betonen, dass "erneute Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran weiterhin die Fragilität jeder nicht konkreten Vereinbarung oder kurzfristigen Deeskalation hervorheben", und unterstreichen damit, wie schnell sich die Stimmung in Bezug auf die Versorgungssicherheit ohne eine dauerhafte Einigung ändern kann.

Unterdessen drohte der Iran mit Vergeltung gegen jeden neuen US-Angriff auf seine Vermögenswerte und warnte, dass die Energieinfrastruktur im gesamten Golf gefährdet sei. Darüber hinaus sagte Irans Sicherheitschef Mohsen Rezaei, dass Teheran sich darauf vorbereite, als Reaktion auf die Wirtschaftssanktionen eine vollständige Blockade rund um die Straße von Hormus durchzusetzen. Dies schürt die Befürchtungen einer längeren Unterbrechung der Ölversorgung.

Dies erweist sich als ein weiterer Faktor, der dem schwarzen Gold Rückenwind verleiht und den positiven Ausblick bestätigt, was darauf hindeutet, dass jeder korrigierende Pullback eher gekauft werden dürfte und begrenzt bleiben sollte. Auf der Oberseite könnte das Juli-Hoch um die Region von 93,25 USD als unmittelbare Hürde dienen, und wenn diese überwunden wird, sollte dies den Weg für weitere Aufwärtsbewegungen auf kurze Sicht ebnen.

WTI-Tageschart

Chart Analysis WTI US OIL

Technische Analyse

Die kurzfristige Tendenz ist bullish, da sich WTI über dem 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei rund 85,24 USD hält und das 61,8% Fibonacci-Retracement bei etwa 91,59 USD zurückerobert hat. Darüber hinaus bleiben die Momentum-Indikatoren konstruktiv. Tatsächlich drängt der Relative Strength Index (14) in den mittleren 60er-Bereich, ohne bislang extreme überkaufte Bedingungen zu signalisieren. Unterdessen bleibt die Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Linie über der Nulllinie und ihrer Signallinie, mit einem positiven, leicht zunehmenden Histogramm, das auf anhaltenden Aufwärtsdruck hindeutet.

Auf der Abwärtsseite wird die erste Unterstützung nun beim 50% Retracement um 86,78 USD und beim 100-Tage-SMA bei 85,24 USD gesehen, die zusammen eine breitere Nachfragezone bilden, falls die Preise nach unten korrigieren. Auf der Oberseite würde ein nachhaltiger Ausbruch nach oben das 78,6% Fibo.-Retracement bei ungefähr 98,44 USD freilegen, wobei das vorherige Swing-Hoch bei 107,16 USD als nachfolgende Widerstandsbarriere dienen würde, falls sich das aktuelle bullische Momentum ausdehnt.

(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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