• Rohöl wird am Dienstag leicht niedriger gehandelt, während Investoren die Wiederaufnahme der Nukleargespräche zwischen den USA und dem Iran beobachten.
  • Gerüchte über eine höhere Produktion von OPEC+ ab April begrenzen die Aufwärtsversuche.
  • Iranische Militärübungen im Persischen Golf halten einen geopolitischen Risikoaufschlag aufrecht.

Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fällt am Dienstag und wird zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei etwa 62,50 USD gehandelt, was einem Rückgang von 1,80 % im Tagesverlauf entspricht, während er innerhalb der in den letzten Wochen beobachteten Handelsspanne bleibt. Die Marktaktivität ist gedämpft, und die Investoren nehmen eine abwartende Haltung ein, während die Nukleargespräche zwischen Washington und Teheran in Genf wieder aufgenommen werden.

US-Präsident Donald Trump erklärt, dass er "indirekt" an den Verhandlungen mit dem Iran beteiligt sein wird und fügt hinzu, dass die iranischen Behörden bereit zu sein scheinen, eine Vereinbarung zu erreichen. Der iranische Außenminister seinerseits erklärt, dass die US-Position in der Nuklearfrage "realistischer" geworden sei. Trotz dieser diplomatischen Signale sorgt die Entsendung zusätzlicher US-Marinekräfte in die Region und die iranischen Militärübungen im Persischen Golf, durch den etwa 20 % des globalen Rohöltransits fließen, für anhaltende geopolitische Unsicherheit.

Gleichzeitig erwägt die Organisation erdölexportierender Länder und ihre Verbündeten (OPEC+), ab April die Produktionssteigerungen wieder aufzunehmen, wie aus Berichten hervorgeht, die von Reuters zitiert werden. Diese Aussicht schürt Bedenken über einen besser versorgten Markt im zweiten Quartal, insbesondere vor der Spitzen-Nachfrage im Sommer in den westlichen Volkswirtschaften. Diese Erwartungen wirken als Gegenwind für eine nachhaltige Erholung der WTI-Preise.

Analysten der Commerzbank weisen darauf hin, dass selbst wenn die offiziellen Produktionsziele angehoben werden, die tatsächliche Produktion aufgrund struktureller Einschränkungen und durch Sanktionen bedingter Unterbrechungen, insbesondere in Russland, weniger als vereinbart steigen könnte. Die Analysten fügen hinzu, dass ein möglicher Rückgang der russischen Exporte nach Indien den gesamten Anstieg des Angebots weiter begrenzen könnte, was das Risiko eines stärkeren Preisrückgangs verringert.

Vor dem Hintergrund diplomatischer Hoffnungen, geopolitischer Risiken und Unsicherheiten über das Angebot von OPEC+ bleibt WTI US-Rohöl in einem fragilen Gleichgewicht gefangen, während die Investoren auf klarere Signale warten, bevor sie stärkere Richtungspositionen einnehmen.

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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