- WTI stabilisiert sich nach dem späten Pullback des Vortags vom Drei-Wochen-Hoch.
- Die Pattsituation zwischen den USA und dem Iran über die Straße von Hormus stützt den Rohstoff.
- Die schwarze Flüssigkeit scheint auf Kurs zu sein, in der zweiten Woche in Folge Gewinne zu verzeichnen.
West Texas Intermediate (WTI) – der US-Benchmarkpreis für Rohöl – schwankt am Freitag während der asiatischen Sitzung in einer Bandbreite um die Marke von 86,00 USD und bleibt damit in Schlagdistanz zu dem am Vortag erreichten Drei-Wochen-Hoch. Die schwarze Flüssigkeit scheint auf Kurs zu sein, in der zweiten Woche in Folge Gewinne zu verzeichnen und den zwei Wochen alten Aufwärtstrend vor dem Hintergrund eines unterstützenden fundamentalen Umfelds auszubauen.
Die USA und der Iran liegen weiterhin über die Wiederherstellung einer sicheren kommerziellen Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus im Streit, was die Sorgen um die Angebotsseite schürt und als Rückenwind für die Rohölpreise wirkt. Hinzu kommt, dass die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz im Jemen erklärte, seit Ende Juli, als sie eine maritime Blockade für saudische Schiffe verhängte, acht saudische Öltanker ins Visier genommen zu haben, was das Risiko eines breiteren regionalen Konflikts erhöht.
Unterdessen sagte Präsident Donald Trump, die USA würden die vernichtendste wirtschaftliche Operation gegen den Iran starten, und drohte jedem Land mit schweren Strafen, das Teheran bei der Umgehung von Sanktionen hilft oder Geschäfte mit dem Iran macht. Zudem sagte Vizepräsident JD Vance, wirtschaftlicher Druck sei das wirksamste Instrument gegen den Iran. Dies hält die geopolitische Risikoprämie im Spiel und bestätigt den positiven Ausblick für die Ölpreise.
Bullen scheinen jedoch zögerlich, neue Wetten einzugehen, und ziehen es vor, auf neue Entwicklungen rund um die Krise im Nahen Osten zu warten. Das breitere fundamentale Umfeld deutet jedoch darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für den Rohstoff weiterhin nach oben führt. Daher dürfte jeder korrigierende Pullback eher gekauft werden und begrenzt bleiben.
WTI 4-Stunden-Chart
Technische Analyse
WTI behält einen konstruktiven bullishen Ton oberhalb des 61,8%-Fibonacci-Retracements des Rückgangs von Juli bis August und des exponentiellen gleitenden 200-Perioden-Durchschnitts (EMA) bei. Die Cluster-Unterstützung durch Fibonacci-Niveaus zwischen 85,02 USD und 80,65 USD deutet darauf hin, dass der jüngste Anstieg auf einer soliden strukturellen Basis beruht, wobei die Käufer die Kontrolle behalten, solange der Preis oberhalb dieser Niveaus bleibt.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand beim 78,6%-Fibo-Retracement bei 88,14 USD, vor dem jüngsten Swing-Hoch-Bereich bei 92,11 USD. Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim zurückeroberten 61,8%-Retracement bei 85,02 USD, gefolgt vom 50%-Niveau bei 82,84 USD und dem EMA der 200-Periode bei 81,28 USD, mit tieferen Unterstützungen beim 38,2%-Retracement bei 80,65 USD sowie weiteren Fibonacci-Ankern bei 77,94 USD und 73,56 USD.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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Der US-Dollar-Index notiert nahe 98,90 und damit weiterhin unter 100,00, steigt am Donnerstag aber weiter an. Hawkische Kommentare von Alberto Musalem, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of St. Louis, leisteten dabei einen Großteil der Arbeit: Er bezeichnete die zugrunde liegende Inflation als zu hoch, sah eine geringere Chance, sie bei den aktuellen Zinssätzen wieder auf das Ziel zu bringen, und deutete an, dass eine Anhebung der Zinssätze jetzt der Federal Reserve später aggressivere Maßnahmen ersparen könnte.