Charlotte de Montpellier, Ökonomin bei der Bank ING, schrieb in einer Notiz, dass die SNB erwartungsgemäss beschlossen hat, ihren Leitzins unverändert bei -0,75% zu lassen.
Wichtigste Zitate
"Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Einlagesatz auf -0,5% zu senken, hatte keinen Einfluss auf den SNB-Zinssatz, obwohl die Vertreter der SNB zuvor die Bedeutung der Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und der Eurozone betont haben. Die Zinsdifferenz der SNB zum Einlagenzinssatz der EZB beträgt nun 25 Basispunkte, was für die SNB derzeit ausreichend erscheint, zumal sich der Spread auf den Dreimonatszeitraum bisher nicht wesentlich verändert hat."
"Die Nationalbank hat auch erklärt, dass sie jederzeit bereit ist, auf dem Devisenmarkt zu intervenieren, wenn es für notwendig erachtet wird. Auch nach der jüngsten Aufwertung auf handelsgewichteten Basis wird der Schweizer Franken von der SNB immer noch als "hoch bewertet" und nicht als "überbewertet" angesehen.
"Die Nationalbank hat ihre Inflationsprognosen (unter der Voraussetzung eines unveränderten Leitzinses) deutlich nach unten korrigiert. Die Prognose für das laufende Jahr ist leicht auf 0,4% gesunken, nach 0,6% im Juni. Für 2020 rechnet die SNB nun mit einer Inflationsrate von 0,2%, gegenüber 0,7% zuvor. Für 2021 liegt die prognostizierte Inflation nun bei 0,6% gegenüber 1,1% zuvor. Dies ist sehr niedrig und kann als Zeichen dafür angesehen werden, dass die SNB über den Prognosezeitraum hinweg keine Rückkehr zur normalen Geldpolitik erwartet. Das ist eine sehr klare Botschaft: Erwarten Sie in den kommenden Jahren keine positive Leitzinsen."
"Die grosse Überraschung des Tages war die Überarbeitung des Tiering-Systems der SNB für Sichteinlagen mit negativen Zinssätzen."
"Nach den heutigen eher dovishen Entscheidungen erwarten wir, dass die Zinsen lange Zeit auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben. Wir erwarten in den nächsten Jahren keine Zinserhöhung."
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