• Silber verliert am Dienstag mehr als 2 %, nachdem es am Montag ein Sieben-Wochen-Hoch erreicht hatte.
  • Steigende Ölpreise beleben Inflationssorgen und stärken die Erwartungen höherer Zinssätze.
  • Verhandlungen rund um die Straße von Hormus und US-Inflationsdaten bleiben im Fokus.

Silber (XAG/USD) setzt seine Korrektur am Dienstag fort und notiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 65,05 USD, was einem Tagesverlust von 2,31 % entspricht. Das weiße Metall gibt von dem am Montag erreichten Sieben-Wochen-Hoch bei 66,59 USD nach, da steigende Ölpreise und die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik in den Vereinigten Staaten (US) Edelmetalle belasten.

Die Ölpreise sind seit Wochenbeginn deutlich gestiegen, da die Verhandlungen über die Wiedereröffnung der Straße von Hormus weiterhin ungewiss sind. Iran knüpft die Wiedereröffnung dieser strategischen Seehandelsroute an mehrere Forderungen aus Washington, darunter die Zahlung von Kriegsreparationen und die Aufhebung der Sanktionen.

Dennoch zeichnen sich einige Anzeichen einer Entspannung ab. Katar erklärte am Dienstag, dass die Verhandlungen zwischen Oman und Iran ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hätten und dass es von beiden Seiten positive Rückmeldungen erhalten habe. Doha betont jedoch, dass sich die Gespräche an einem kritischen Punkt befinden, was die Unsicherheit über die Aussicht auf eine rasche Einigung aufrechterhält.

Diese Lage stützt die Energiepreise und schürt erneut Sorgen über die US-Inflation. West Texas Intermediate (WTI) notiert bei rund 81,20 USD und liegt seit Wochenbeginn trotz des Tagesrückgangs mehr als 5 % im Plus. Höhere Ölpreise tragen zudem dazu bei, die Renditen von US-Staatsanleihen erhöht zu halten, was die Attraktivität von Silber, einem nicht-verzinslichen Vermögenswert, schmälert.

Vor diesem Hintergrund erhöhen Anleger ihre Erwartungen an eine weitere geldpolitische Straffung durch die Federal Reserve (Fed). Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 52 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf der September-Sitzung ein, nach rund 44 % am Vortag.

Auch Äußerungen von Beth Hammack, Präsidentin der Cleveland Federal Reserve (Fed), befeuern diese Erwartungen. Hammack sagte am Montag, die aktuelle Geldpolitik „schadet der Wirtschaft nicht“ und argumentierte, dass die Fed die Zinsen mehr als einmal anheben müsse, um die Inflation wieder in Richtung ihres Ziels zu bringen.

Diese Aussichten stützen den US-Dollar (USD) etwas und stellen einen zusätzlichen Gegenwind für Silber dar. Ein stärkerer US-Dollar verteuert das weiße Metall für Anleger, die andere Währungen verwenden, während höhere Zinssätze die Opportunitätskosten für das Halten nicht-verzinslicher Anlagen erhöhen.

Die Anleger richten ihren Blick nun auf die am Mittwoch anstehenden Daten zum US-Verbraucherpreisindex (VPI). Eine stärker als erwartete Inflation könnte die Erwartungen an eine Zinserhöhung im September untermauern und den Druck auf Silber aufrechterhalten. Umgekehrt könnten nachlassende Preisdrucke die Erwartungen an eine geldpolitische Straffung verringern und dem Edelmetall Unterstützung bieten.


Silber - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.

Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.

Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.

Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.

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