• Das Paar USD/CHF schwächt sich im frühen europäischen Handel am Donnerstag auf rund 0,7985 ab. 
  • Die Fed stimmte auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Juni einstimmig dafür, den Leitzins im Bereich von 3,5 % bis 3,75 % zu belassen. 
  • Die Schweizerische Nationalbank wird ihren Leitzins am Donnerstag voraussichtlich unverändert bei 0 % belassen. 

Das Paar USD/CHF verliert im frühen europäischen Handel am Donnerstag an Dynamik und fällt auf rund 0,7985. Die Vereinigten Staaten (USA) und der Iran unterzeichneten eine Zwischenvereinbarung, die den Iran-Krieg beenden würde, was den US-Dollar (USD) gegenüber dem Schweizer Franken (CHF) belastet. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird ihre Zinsentscheidung später am Donnerstag bekanntgeben. 

US-Präsident Donald Trump und Irans Präsident Masoud Pezeshkian unterzeichneten am Mittwoch elektronisch ein Memorandum of Understanding zur Beendigung des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif erklärte, dass die Vereinbarung nach der Unterzeichnung durch Washington und Teheran „sofort in Kraft“ trete. 

Die Federal Reserve (Fed) beließ die Zinssätze auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Juni unverändert im Bereich von 3,50 % bis 3,75 %, signalisierte jedoch die Möglichkeit höherer Zinsen im weiteren Jahresverlauf, während die Zentralbank die inflationsbedingten Auswirkungen des Iran-Konflikts bewertet.

Händler haben nun eine Zinserhöhung in den kommenden Monaten vollständig eingepreist, da die US-Notenbank Preisstabilität über Beschäftigung stellt. Ein hawkischer Ton der Fed könnte den Greenback kurzfristig stützen. 

Die SNB wird voraussichtlich ihren Leitzins auf der geldpolitischen Sitzung im Juni am Donnerstag und für den Rest des Jahres bei 0 % belassen, so alle Ökonomen, die an einer Reuters-Umfrage teilnahmen. 

„Angesichts der gegensätzlichen Kräfte durch den Devisenmarkt und die Energiepreise sowie des niedrigen Inflationsausgangsniveaus in der Schweiz glauben wir, dass der Inflationsdruck die SNB weniger belastet als die meisten anderen Zentralbanken ... Unser Basisszenario bleibt, dass die Nullzinspolitik bis Ende 2027 bestehen bleibt“, sagte Chiara Angeloni, Europa-Ökonomin bei der Bank of America.

Schweizer Franken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.

Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.

Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.

Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.


 

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