Der Silberpreis steht an einem Punkt, an dem Anleger ganz genau hinschauen sollten. Denn im Tageschart des Silber-Futures SI1! bleibt der übergeordnete Abwärtstrend klar intakt. Jede Erholung wirkt derzeit eher wie ein kurzer Atemzug, bevor die Verkäufer wieder Druck machen. Besonders der Bereich zwischen 72 und 76 US-Dollar ist aktuell brandgefährlich. Dort wartet ein massives Widerstandscluster, das jede Aufwärtsbewegung sofort ausbremsen könnte.
Gleichzeitig ist die Lage aber nicht hoffnungslos. Im Bereich um 61,60 US-Dollar hat Silber zuletzt eine wichtige Reaktion gezeigt. Genau dort könnte sich entscheiden, ob der Markt nur eine weitere Abwärtswelle vorbereitet oder ob sich langsam ein Boden bildet. Für diese Silberpreis Prognose ist deshalb vor allem eine Frage entscheidend: Verteidigen die Käufer diese Zone – oder übernehmen die Bären endgültig wieder das Kommando?

Die Bären haben den Silberpreis weiter im Griff
Der erste Blick auf den Chart ist eindeutig. Silber notiert unter dem 20-Tage-Durchschnitt bei 72,885 US-Dollar, unter dem 50-Tage-Durchschnitt bei 74,805 US-Dollar und auch unter der Ichimoku-Wolke, die aktuell zwischen 72,16 und 75,85 US-Dollar verläuft. Das ist kein kleines Warnsignal. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass der Markt technisch weiter angeschlagen ist.
Auch der SuperTrend steht weiter auf Short. Die entscheidende Marke liegt hier bei 76,705 US-Dollar. Erst wenn Silber diesen Bereich per Tagesschluss zurückerobert, würde sich das Bild spürbar verbessern. Bis dahin bleibt jede Rallye verdächtig. Genau das ist der Punkt, den viele Anleger unterschätzen: Nicht jede Erholung ist automatisch der Beginn einer neuen Aufwärtsbewegung. Manchmal ist sie nur die nächste Falle.
Solange Silber unter der Wolke, unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten und unter dem SuperTrend bleibt, liegt der Vorteil klar bei den Verkäufern. Das bedeutet nicht, dass der Kurs nicht zwischendurch steigen kann. Aber es bedeutet, dass die großen Signale im Chart weiterhin nach unten zeigen.
Diese Zone entscheidet jetzt über die Silberpreis Prognose
Besonders wichtig ist jetzt der Bereich zwischen 61,595 und 64,00 US-Dollar. Dort liegt das Juni-Tief bei 61,595 US-Dollar. An dieser Stelle zeigte sich am 11. Juni 2026 eine hammerartige Kerze, die auf eine mögliche Erschöpfung der Verkäufer hindeutet. Genau solche Kerzen können an wichtigen Unterstützungen ein erstes Signal dafür sein, dass der Markt zumindest kurzfristig genug nach unten geprügelt wurde.
Hinzu kommt die Nähe zur 200-Tage-Linie bei rund 61,84 US-Dollar. Diese Marke ist für viele langfristige Marktteilnehmer relevant. Fällt Silber in diesen Bereich zurück und wird dort erneut gekauft, könnte daraus eine größere Gegenbewegung entstehen. Nicht sofort ein neuer Bullenmarkt, aber zumindest ein ernstzunehmender Versuch der Käufer, den Abwärtstrend zu stoppen.
Auf der Oberseite wartet dagegen ein echter Deckel. Zwischen 72,49 und 76,70 US-Dollar treffen mehrere Widerstände zusammen. Dort liegen das 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 72,49 US-Dollar, das 50-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 75,85 US-Dollar, die Ichimoku-Wolke und der SuperTrend bei 76,705 US-Dollar. Mehr Widerstand auf engem Raum geht kaum.
Genau deshalb ist diese Zone so gefährlich. Wer dort blind auf steigende Kurse setzt, kämpft gegen fast alle relevanten technischen Signale. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über 76,705 US-Dollar würde die bärische Dominanz wirklich brechen. Alles darunter bleibt aus meiner Sicht eine Erholung im Abwärtstrend.
In der Mitte lauert die Falle
Aktuell bewegt sich Silber um 68,85 US-Dollar. Das klingt erst einmal unspektakulär, ist für Trader aber genau das Problem. Der Kurs liegt mitten zwischen der wichtigen Unterstützungszone unten und dem massiven Widerstandsbereich oben. Das ist kein Bereich, in dem gute Chancen entstehen. Das ist eher ein Bereich, in dem Anleger nervös werden, zu früh einsteigen und dann von schnellen Richtungswechseln überrascht werden.
Zwischen 67 und 72 US-Dollar ist das Chance-Risiko-Verhältnis schwach. Der Markt kann in beide Richtungen ausschlagen, ohne ein wirklich sauberes Signal zu liefern. Genau hier entstehen die schlechten Trades. Nicht, weil die Analyse falsch ist, sondern weil der Einstieg zur falschen Zeit kommt.
Der wichtigste Lernpunkt aus dieser Silberpreis Prognose ist deshalb simpel: Die guten Setups entstehen nicht in der Mitte der Range. Sie entstehen an den Rändern. Unten zwischen 61,6 und 64 US-Dollar. Oben zwischen 72,5 und 76,7 US-Dollar. Dort wird entschieden, wohin die nächste große Bewegung geht.
Das bärische Szenario bleibt das stärkere
Das bevorzugte Szenario bleibt derzeit die Fortsetzung des Abwärtstrends. Wer auf fallende Kurse setzt, dürfte vor allem Erholungen im Blick haben. Ein aggressiver Short-Einstieg wäre im Bereich um 70 US-Dollar denkbar, falls Silber dort an der fallenden Trendlinie scheitert. Konservativer wäre ein Einstieg erst nach einem Tagesschluss unter 66,50 US-Dollar. Damit würde der Markt das jüngste Tief bei 66,85 US-Dollar klar unterschreiten und neues Abwärtsmomentum bestätigen.
Der Stop-Loss würde in diesem Szenario oberhalb von 72,75 US-Dollar liegen. Damit wäre er über dem 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement und oberhalb der lokalen Konsolidierung platziert. Das erste Kursziel wäre ein erneuter Test des Juni-Tiefs bei 61,60 US-Dollar. Das Chance-Risiko-Verhältnis läge dabei ungefähr bei 3:1.
Sollte der Druck danach weiter zunehmen, rücken 57,50 US-Dollar und 53,60 US-Dollar in den Fokus. Die Marke bei 57,50 US-Dollar entspricht einem Support aus dem Dezember 2025, während 53,60 US-Dollar als Unterstützung aus dem November 2025 relevant ist. In diesen Fällen würde sich das Chance-Risiko-Verhältnis auf etwa 4,5:1 beziehungsweise 6:1 verbessern.
Die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario bleibt hoch, weil alle wichtigen Trendfilter weiterhin Short anzeigen. Besonders wichtig wäre jetzt eine klare Zurückweisung an den gleitenden Durchschnitten. Wenn zusätzlich der ADX über 25 steigt und die negative DI-Linie dominant bleibt, wäre das ein starkes Signal dafür, dass der Abwärtstrend wieder Fahrt aufnimmt.
Für die Bullen wird es schwer – aber nicht unmöglich
Natürlich gibt es auch ein bullisches Szenario. Aber man muss ehrlich sein: Dieses Szenario läuft aktuell gegen den dominanten Trend. Genau deshalb braucht es klare Bestätigung. Einfach nur zu hoffen, dass Silber dreht, reicht nicht.
Ein aggressiver Long-Einstieg wäre im Bereich um 64 US-Dollar denkbar, falls der Markt den Ausbruch vom 11. Juni erfolgreich testet und dort Käufer zurückkommen. Konservativer wäre ein Einstieg um 66 US-Dollar, allerdings nur dann, wenn sich innerhalb der Zone zwischen 62 und 65 US-Dollar ein klares bullisches Umkehrmuster bildet.
Der Stop-Loss müsste in diesem Fall unter 61,50 US-Dollar liegen. Denn ein Bruch des Juni-Tiefs würde das bullische Setup zerstören. Das erste Ziel auf der Oberseite wäre 70,18 US-Dollar, also das jüngste Konsolidierungshoch. Daraus ergäbe sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von ungefähr 2,5:1.
Darüber wartet bei 75,85 US-Dollar das nächste wichtige Ziel. Dort treffen das 50-Prozent-Fibonacci-Retracement und der Kumo-Widerstand zusammen. Das Chance-Risiko-Verhältnis läge dann bei etwa 4,7:1. Sollte Silber sogar noch stärker anziehen, wäre auch ein Lauf in Richtung 79,20 US-Dollar möglich. Dort verläuft das 61,8-Prozent-Fibonacci-Retracement. In diesem Fall würde das Chance-Risiko-Verhältnis auf ungefähr 6:1 steigen.
Trotzdem bleibt die Einschätzung klar: Das bullische Szenario hat aktuell nur eine niedrige Wahrscheinlichkeit. Damit es wirklich tragfähig wird, braucht es mehr als nur einen grünen Tag. Ein bullischer MACD-Cross, ein RSI, der stabil über 40 bleibt, und steigendes Volumen bei Aufwärtsbewegungen wären Pflicht. Ohne diese Signale bleibt ein Long-Setup riskant.
Der Silberpreis steht vor der Entscheidung
Die strukturellen Marken sind klar. Unter 61,595 US-Dollar wäre die bullische Struktur invalidiert. Dann hätten die Verkäufer wieder freie Bahn für eine tiefere Abwärtsbewegung. Erst über 76,705 US-Dollar wäre die bärische Dominanz wirklich gebrochen. Dann würde auch der SuperTrend drehen und das Chartbild deutlich freundlicher aussehen.
Dazwischen bleibt Silber in einer schwierigen Übergangsphase. Besonders interessant ist das potenzielle Higher Low bei 66,85 US-Dollar. Dieses Muster ist aktuell aber nur zu rund 30 Prozent bestätigt. Es ist also zu früh, daraus eine echte Trendwende abzuleiten. Der Markt zeigt eine Möglichkeit, aber noch keine Bestätigung.
Genau das macht die Situation so spannend. Silber ist nicht mehr weit von wichtigen Entscheidungszonen entfernt. Unten könnte sich ein Boden bilden. Oben könnte der nächste harte Rückschlag lauern. Wer jetzt handelt, braucht deshalb Disziplin und klare Marken.
Mein Fazit zur Silberpreis Prognose
Die aktuelle Silberpreis Prognose bleibt angespannt. Der Abwärtstrend ist weiterhin intakt, und solange Silber unter dem Bereich von 72 bis 76 US-Dollar bleibt, haben die Bären die besseren Karten. Besonders der Widerstandsbereich zwischen 72,49 und 76,705 US-Dollar ist entscheidend. Dort treffen mehrere technische Hürden zusammen, die jede Erholung schnell wieder abwürgen könnten.
Auf der Unterseite bleibt die Zone zwischen 61,595 und 64 US-Dollar der wichtigste Bereich. Wird sie sauber verteidigt, könnte Silber eine größere Gegenbewegung starten. Fällt der Kurs jedoch unter das Juni-Tief, drohen weitere Abgaben in Richtung 57,50 US-Dollar und später 53,60 US-Dollar.
Für Anleger und Trader bedeutet das: Jetzt ist nicht die Zeit für Bauchgefühl. Jetzt zählen die Marken. Wer in der Mitte der Range handelt, läuft Gefahr, zwischen Bullen und Bären zerrieben zu werden. Die wirklich interessanten Chancen entstehen erst an den Extremen. Genau dort wird sich zeigen, ob Silber nur kurz Luft holt – oder ob der nächste große Rutsch bevorsteht.
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