Bitcoin (BTC) notiert weiterhin deutlich unter wichtigen Onchain-Kennzahlen. Trotz einer teilweisen Kurserholung dominieren bei den Kapitalflüssen nach wie vor realisierte Verluste.

Bitcoin-Erholung reicht noch nicht für Trendwende

Die führende Kryptowährung erholte sich von Tiefständen nahe 60.000 US-Dollar auf den Bereich um 65.000 Dollar, nachdem das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran einen Großteil der geopolitisch bedingten Risikoaufschläge an den Märkten wieder abgebaut hatte.

Nach Einschätzung von Glassnode befindet sich der Markt jedoch weiterhin klar im Bärenmarkt. Zwar deuteten erste Anzeichen einer verbesserten Liquidität sowie eine geduldige Akkumulation darauf hin, dass sich möglicherweise ein Boden herausbildet.

Der Bitcoin-Kurs wird derzeit mit einem Abschlag von rund 15 Prozent gegenüber dem sogenannten True Market Mean von 77.200 US-Dollar gehandelt. Laut Glassnode bestätigt dieser anhaltende Abschlag, dass sich der Markt trotz der jüngsten Erholung weiterhin in einem bärischen Umfeld bewegt.

„Trotz der jüngsten Erholung ist das Onchain-Regime klar auf der Bärenseite geblieben. Eine schnelle Rückkehr über den True Market Mean wäre der Auslöser, die übergeordnete Einschätzung von einem Bärenmarkt hin zu einer möglichen Vorstufe eines neuen Bullenmarktes zu überdenken“, heißt es in dem Bericht.

Kurzfristige Anleger bleiben unter Druck

Glassnode betonte, dass sich der MVRV-Indikator der kurzfristigen Halter von 0,81 auf 0,90 verbessert habe, jedoch weiterhin unter der wichtigen Gewinnschwelle von 1,0 liege. Dies deute darauf hin, dass rund zehn Prozent der Anleger, die Bitcoin innerhalb der vergangenen 155 Tage erworben haben, noch immer Verluste verzeichnen. Die impliziten durchschnittlichen Anschaffungskosten dieser Gruppe liegen demnach bei rund 72.600 US-Dollar. Die jüngste Erholung habe nicht ausgereicht, um diese Investoren wieder in die Gewinnzone zu bringen.

Zusätzliche Hinweise auf das weiterhin schwache Marktumfeld liefert das Verhältnis von realisierten Gewinnen zu realisierten Verlusten. Der 30-Tage-Durchschnitt liegt laut Glassnode bei 0,53 und damit deutlich unter der neutralen Marke von 1,0. Dies zeigt, dass realisierte Verluste weiterhin höher ausfallen als realisierte Gewinne.

Der 90-Tage-Durchschnitt bewegt sich derweil bei etwa 1,10 und entspricht damit nach Einschätzung der Analysten weiterhin eher einem Bärenmarkt als einer nachhaltigen Erholung.

„Ein 90-Tage-Durchschnitt nahe 1,0 bei gleichzeitig 0,53 im 30-Tage-Durchschnitt ist eine Kapitalfluss-Konstellation, die Bärenmarktbedingungen eindeutig bestätigt“, schrieb Glassnode.

Spotmarkt sendet erste positive Signale

Trotz der schwachen Onchain-Daten identifizierte Glassnode mehrere konstruktive Entwicklungen an den Spot- und Derivatemärkten.

Dem Bericht zufolge hat sich das Ungleichgewicht in der Tiefe des Spot-Orderbuchs auf der Kryptobörse Binance zugunsten der Käufer verschoben. Eine stärkere passive Kaufliquidität habe den Verkaufsdruck im Bereich der Tiefstände um 60.000 US-Dollar aufgefangen.

Gleichzeitig bleibt das Open Interest an den Terminmärkten auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Dies deutet darauf hin, dass die Erholung vor allem von langfristig orientierten Käufern am Spotmarkt getragen wird und weniger von gehebelten Spekulationen.

„Auch wenn dies allein noch keinen nachhaltigen Boden bestätigt, deutet die zunehmende Kaufliquidität darauf hin, dass Marktteilnehmer am Spotmarkt stärker bereit sind, die aktuellen Kursniveaus zu verteidigen“, heißt es in dem Bericht.

Darüber hinaus beobachtete Glassnode, dass sich die Derivatemärkte nach dem jüngsten Volatilitätsschub weitgehend normalisiert haben.

Die implizite Volatilität ist über verschiedene Laufzeiten hinweg deutlich gesunken, während die realisierte Volatilität gestiegen ist. Dadurch ist die Volatilitätsrisikoprämie in den negativen Bereich gerutscht.

„Der Volatilitätsschock wurde weitgehend verarbeitet. Die Optionsmärkte bauen die Risikoprämien, die während der jüngsten Stressphase eingepreist wurden, schrittweise wieder ab“, stellten die Analysten fest.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde Bitcoin bei 64.240 US-Dollar gehandelt. Auf Sicht von 24 Stunden entspricht dies einem Minus von 2,3 Prozent.


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