- US-Iran-Gespräche verbessern die Stimmung und verringern die Nachfrage nach sicheren Häfen.
- Der restriktive Kurs der Fed stärkt den US-Dollar gegenüber dem niedrig verzinsten Franken.
- Die SNB signalisiert Bereitschaft, eine übermäßige Stärke des Schweizer Frankens einzudämmen.
Der Schweizer Franken (CHF) verliert am Montag gegenüber dem US-Dollar (USD) und dem Euro (EUR) an Boden, da sich die Risikoappetit im Zuge des Beginns der US-Iran-Gespräche verbessert, die der US-Vizepräsident JD Vance als positiv bewertete.
Zudem sorgt der restriktive Kurs der US-Notenbank (Fed) und der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die bereit ist, den Franken zu schwächen, dafür, dass der Schweizer Franken den ganzen Tag über unter Druck bleibt. USD/CHF steigt zum vierten Mal in Folge und bleibt nahe seinem höchsten Stand seit November letzten Jahres.
Schweizer Franken fällt, da sich die Risikoappetit verbessert und der politische Druck zunimmt
Am Mittwoch hielt die Fed ihre letzte geldpolitische Sitzung ab und entschied, die Zinsen unverändert zu lassen, deutete jedoch an, dass fast die Hälfte ihrer Mitglieder eine weitere Straffung befürwortet, ausgelöst durch den Anstieg der Energiepreise aufgrund des Nahostkonflikts. Obwohl die Verhandlungen noch andauern, trieb die Entwicklung die Inflation über die 3%-Marke.
Folglich bekräftigte der neu ernannte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh das Engagement der Zentralbank für Preisstabilität und machte dies zur Priorität der US-Institution.
Dies trieb USD/CHF nach oben, ebenso wie die Haltung der SNB, die erklärte, bereit zu sein, am Devisenmarkt zu intervenieren, falls der CHF stark aufwertet.
Die Entscheidung der SNB wurde letzte Woche getroffen, als sie die Zinsen bei 0% beließ und andeutete, dass sie gegen eine „schnelle und übermäßige Aufwertung“ des Franken vorgehen will, da dies die Schweizer Exporte in Fremdwährungen verteuert.
USD/CHF Technische Analyse
Das USD/CHF-Tageschart zeigt, dass das Paar nach Erreichen des Ziels des investierten Kopf-Schulter-Musters bei 0,8042 weiterhin eine Aufwärtsneigung aufweist und bereit ist, die Marke von 0,8100 zu durchbrechen, da es den Tag nahe 0,8090 beendet. Ein Durchbruch darüber würde die Marke von 0,8100 freilegen, gefolgt vom Hoch vom 1. August 2025 bei 0,8172 und schließlich 0,8200.

EUR/CHF Technische Analyse
Das Währungspaar EUR/CHF zeigt ebenfalls eine bullische Tendenz, nachdem es den wichtigen 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 0,9223 überwunden hat, was den Weg für weitere Kursgewinne bis zu den Zweimonatshochs bei 0,9266 öffnete. Ein Durchbruch über dieses Niveau würde das Swing-Hoch vom 21. Januar bei 0,9307 freilegen, gefolgt vom Jahreshoch (YTD) bei 0,9349.

Schweizer Franken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.
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