- Der Schweizer Franken hält seine Verluste, da die schwachen realen Einzelhandelsumsätze für Juni mit 1,5 % gegenüber erwarteten 3,1 % ausfielen.
- Der US-Dollar legte zu, da Händler angesichts der hawkischen Fed-Stimmung Vorsicht walten lassen.
- Trump kündigte ein historisches Abkommen an, das die Entwaffnung der Hamas und den israelischen Rückzug aus Gaza vorsieht.
USD/CHF gewinnt nach zwei Verlusttagen an Boden und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Freitag um 0,8070. Das Paar legt zu, da der Schweizer Franken (CHF) nach der Veröffentlichung der Daten zu den realen Einzelhandelsumsätzen in der Schweiz gedämpft bleibt, die im Juni im Jahresvergleich (YoY) bei 1,5 % lagen und damit unter den erwarteten 3,1 % (revidiert von 3,2 %) ausfielen. Die vorherige Wachstumsrate lag bei 3,4 % (revidiert von 3,5 %).
Geduld der SNB festigt die Rolle als Finanzierungswährung, lässt aber Raum für eine Erholung
Strategen bei BNY Mellon weisen darauf hin, dass der Schweizer Franken „in dieser Woche auf weiteren Widerstand gestoßen ist“, nachdem Berichte darauf hindeuteten, dass die SNB die Geldpolitik „für einen längeren Zeitraum“ unverändert lassen dürfte. Sie fügen hinzu, dass sie „überrascht sind, dass der Markt auf diese Schlagzeilen reagiert, da die bedingten Prognosen der SNB – die diese Orientierung ausdrücklich geben – bereits sehr klar sind“. Ihrer Ansicht nach hat der „jüngste Anstieg der globalen Renditen die Rolle des Frankens als Finanzierungswährung gestärkt“, doch da „die Bewertungen nun auf ein erhebliches Erholungspotenzial hindeuten“, sehen sie Spielraum dafür, dass die Währung einen Teil ihrer jüngsten Underperformance wieder aufholt.
Das Paar USD/CHF legt zu, da der US-Dollar (USD) angesichts der Marktvorsicht, die durch die hawkische Stimmung rund um den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed) sowie die Lage im Nahen Osten geprägt ist, seine Gewinne hält.
Allerdings könnte die Nachfrage nach sicheren Häfen nachlassen, da die globale Risikoaversion abnimmt. Die Marktstimmung hat sich nach positiven diplomatischen Entwicklungen verbessert, insbesondere im Nahen Osten, wo die Gespräche zwischen den USA und dem Iran Fortschritte bei der Sicherung der Straße von Hormus machen. Zudem kündigte US-Präsident Donald Trump ein historisches Abkommen an, das die vollständige Entwaffnung der Hamas und den Abzug israelischer Streitkräfte aus Gaza vorsieht; ein Durchbruch, der Berichten zufolge von hochrangigen Hamas-Vertretern bestätigt wurde.
Schweizer Franken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.
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