Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Martin Schlegel, hält die Pressekonferenz nach der geldpolitischen Beurteilung im Juni ab, bei der die Zentralbank die Zinssätze unverändert bei 0 % belassen hat.
Wichtige Zitate
Die Schweizer Inflation ist in den letzten Monaten aufgrund höherer Energiepreise gestiegen; der mittelfristige Inflationsdruck bleibt unverändert
Falls erforderlich, sind wir zu verstärkten Interventionen am Devisenmarkt bereit.
Der Anstieg der Schweizer Inflation war geringer als in anderen Ländern; sie bleibt im Zielbereich.
Unsere Geldpolitik wirkt weiterhin expansiv.
Die Inflation wird in den kommenden Quartalen leicht weiter steigen, bevor sie in der ersten Hälfte des Jahres 2027 zurückgeht.
Geopolitische Unsicherheiten bleiben bestehen, das Risiko eines starken Aufwärtsdrucks auf den Franken besteht weiterhin.
Die Unsicherheit bleibt nach wie vor hoch und die Energiemärkte werden weitgehend von der Lage im Nahen Osten beeinflusst.
Falls erforderlich, ist unsere Bereitschaft zu Interventionen am Devisenmarkt höher, schwer zu sagen, ob mehr oder weniger als zuvor.
Wir betrachten die Gesamtsituation bei Interventionen, der Franken hat seit dem letzten Treffen etwas nachgegeben.
Viele Faktoren beeinflussen den Wechselkurs, den Zinsunterschied zur EZB und unsere erhöhte Interventionsbereitschaft.
Geopolitische und handelsbezogene Unsicherheiten sind sehr hoch.
Es gibt keine Pläne für eine Delistung der SNB.
Die zukünftige Entwicklung hängt von der Lage im Nahen Osten ab.
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Deeskalation im Nahen Osten nur vorübergehend ist.
Marktreaktion
USD/CHF hält nach diesen Kommentaren leichte Gewinne bei rund 0,8000
Schweizer Franken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.
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