XRP kommt einfach nicht vom Fleck – und genau das macht die Lage jetzt so brisant. Während viele Anleger auf den nächsten Ausbruch hoffen, tritt der Ripple-Token seit Tagen auf der Stelle. Der Kurs pendelt knapp über der psychologisch extrem wichtigen Marke von 2,00 US-Dollar. Und das, obwohl eigentlich alles nach Erholung aussehen müsste: Spot-ETFs auf XRP haben inzwischen satte 1,23 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Klingt bullish? Ist es auf den ersten Blick auch. Doch der Markt erzählt gerade eine ganz andere Geschichte.
Denn trotz dieser Milliardenzuflüsse fehlt XRP der entscheidende Zündfunke. Die Erholung bleibt aus. Warum? Weil die Masse der Anleger offenbar nicht mitzieht. Genau hier liegt das Problem – und genau hier entscheidet sich, ob XRP bald abstürzt oder doch noch explodiert.

Ein Blick unter die Oberfläche zeigt ein klares Warnsignal: Die Aktivität im Netzwerk bricht ein. Laut Daten von Glassnode ist die Zahl der aktiv handelnden Adressen auf dem XRP Ledger innerhalb weniger Tage um 17,5 % gefallen – von 51.500 Anfang Januar auf nur noch rund 42.600. Das ist kein kleiner Rücksetzer, das ist ein deutlicher Dämpfer. Noch alarmierender: Seit Juli geht es mit der Netzwerkaktivität kontinuierlich bergab. Damals waren es noch über 66.000 aktive Adressen. Heute sind es zehntausende weniger.
Für den Kurs bedeutet das nichts Gutes. Weniger aktive Adressen heißen weniger echte Nutzung. Und weniger Nutzung heißt: kaum Rückenwind aus dem Retail-Bereich. Genau dieser fehlt XRP aktuell schmerzhaft. Ohne neue Käufer von der Basis wird selbst der größte ETF-Zufluss zur leeren Hülle.
Auch der Derivatemarkt schlägt Alarm. Anfang Januar schoss das Open Interest bei XRP-Futures noch auf 4,55 Milliarden US-Dollar nach oben. Doch diese Euphorie ist verpufft. Inzwischen liegt der durchschnittliche Wert nur noch bei rund 3,93 Milliarden US-Dollar. Das ist ein schleichender Rückzug der Anleger. Positionen werden geschlossen, Risiko wird reduziert. Übersetzt heißt das: Viele Marktteilnehmer glauben nicht mehr daran, dass XRP den Aufwärtstrend aus eigener Kraft halten kann.
Technisch steckt XRP damit fest wie im Würgegriff. Nach unten hält aktuell noch die Unterstützung bei 2,00 US-Dollar. Nach oben blockiert der 50-Tage-EMA bei rund 2,07 US-Dollar jede Bewegung. Der Relative-Strength-Index dümpelt bei 52 herum – kein Momentum, keine Power, kein klares Signal. Gleichzeitig zeigt sich eine leichte negative Divergenz. Verkäufer haben kurzfristig die Nase vorn.
Besonders heikel wird es beim MACD. Der Indikator steht kurz davor, ein Verkaufssignal zu liefern. Sollte die MACD-Linie unter die Signallinie rutschen und sich das rote Histogramm unter der Nulllinie ausweiten, dürfte es ungemütlich werden. Viele Trader reagieren in solchen Momenten reflexartig – und drücken den Verkaufsbutton. Das kann eine Abwärtsspirale auslösen, ganz ohne neue schlechte Nachrichten.
Fällt XRP unter den 50-Tage-EMA, steigt die Gefahr, dass auch die 2-Dollar-Marke bricht. Darunter wartet bei 1,81 US-Dollar die nächste größere Nachfragezone – zuletzt getestet am 1. Januar. Ein Rutsch dorthin wäre für viele Anleger ein Schockmoment.

Doch genau hier liegt auch die andere Seite der Medaille. Sollte es den Bullen gelingen, XRP nachhaltig über 2,07 US-Dollar zu drücken, könnte es schnell gehen. Ein Ausbruch von rund 9 % wäre möglich. Die nächsten Kursziele lägen dann bei 2,21 US-Dollar (100-Tage-EMA) und 2,33 US-Dollar (200-Tage-EMA). Das wäre das Signal, auf das viele warten.
Unterm Strich ist die Lage explosiv. Milliarden fließen in XRP-ETFs, doch die Basis bröckelt. Die Netzwerkaktivität sinkt, das Vertrauen im Derivatemarkt nimmt ab, der Kurs hängt an einer einzigen Marke. Genau solche Phasen entscheiden darüber, ob eine Kryptowährung abstürzt – oder plötzlich durch die Decke geht.
Für dich heißt das: Die nächsten Tage sind entscheidend. XRP steht am Scheideweg. Und der Markt hält bereits den Atem an.
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