Während an den Weltbörsen geopolitische Spannungen zunehmen und Anleger nervös auf Washington blicken, macht Ripple (XRP) etwas, womit viele nicht gerechnet haben: Der Kurs steigt – ruhig, unspektakulär, aber konsequent. Zum fünften Mal in Folge legt XRP zu und notiert aktuell bei über 2,13 US-Dollar. Kein Ausbruch, kein Hype. Aber genau das macht die Bewegung so brisant.

Denn unter der Oberfläche passiert gerade mehr, als der Kurs allein verrät.

XRP steigt – obwohl die Lage eigentlich dagegen spricht

Eigentlich wäre das Umfeld alles andere als freundlich für Risikoanlagen. Politische Unsicherheiten, internationale Konflikte und ein US-Präsident Donald Trump, der wieder für Unruhe an den Märkten sorgt, lassen viele Investoren vorsichtig werden. Doch XRP zeigt sich davon erstaunlich unbeeindruckt.

Der Grund: Geld fließt – und zwar konstant.

In der vergangenen Woche verzeichneten die in den USA gehandelten XRP-Spot-ETFs Zuflüsse von 43 Millionen US-Dollar. Seit ihrem Start im November reißen diese Kapitalzuflüsse nicht ab. Keine Ausreißer, keine Eintagsfliegen – sondern Woche für Woche neues Geld. Das ist genau das Muster, das man sieht, wenn institutionelle Investoren langsam Positionen aufbauen, statt kurzfristig zu spekulieren.

Besonders auffällig: Allein am Freitag flossen 13,6 Millionen US-Dollar in diese Produkte. Damit liegt der gesamte Nettozufluss inzwischen bei 1,18 Milliarden US-Dollar, das verwaltete Vermögen bei 1,37 Milliarden US-Dollar. Für einen einzelnen Altcoin ist das alles andere als belanglos.

Auch Kleinanleger kommen zurück – leise, aber messbar

Nicht nur Großanleger greifen wieder zu. Auch Privatanleger melden sich zurück – und das sieht man dort, wo Emotionen eine untergeordnete Rolle spielen: im Derivatemarkt.

Das sogenannte Open Interest bei XRP-Futures ist innerhalb weniger Tage von durchschnittlich 3,3 Milliarden auf aktuell 3,8 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das bedeutet nichts anderes, als dass wieder mehr Marktteilnehmer echte Positionen eingehen. Kein leeres Gerede auf Social Media, sondern Kapital, das im Markt gebunden wird.

Genau diese Mischung aus institutionellem Geld und wachsendem Retail-Interesse ist es, die Trends trägt. Nicht einen Tag, sondern Wochen.

Technisch steht XRP an einem kritischen Punkt

Trotz aller positiven Signale ist klar: XRP ist noch nicht durch. Der Kurs hält sich zwar stabil über 2,13 US-Dollar, doch der Markt verlangt jetzt einen Beweis.

Nach unten gibt die 50-Tage-Linie bei rund 2,05 Dollar Halt. Solange diese Marke nicht fällt, haben die Käufer die Oberhand. Die Indikatoren bestätigen das Bild: Der MACD zeigt weiter nach oben, der RSI liegt bei 65 und steigt. Das ist kein überhitzter Markt – das ist kontrollierte Stärke.

Aber nach oben wird es jetzt ernst.

Zwischen 2,22 und 2,34 US-Dollar wartet eine massive Widerstandszone. Dort verlaufen gleich zwei entscheidende Durchschnittslinien, zusätzlich wird der Kurs von einer seit Monaten fallenden Trendlinie ausgebremst. Diese Trendlinie reicht zurück bis zum Allzeithoch bei 3,66 Dollar – und sie hat bislang jeden größeren Anstieg gestoppt.

Erst wenn XRP hier per Tagesschluss durchbricht, kann man von einer echten Trendwende sprechen. Dann wäre auch ein Anlauf auf den Bereich um 2,41 Dollar realistisch.

Aber Vorsicht: Unter 2,00 Dollar wird es hässlich

So stark die aktuelle Bewegung wirkt – sie steht auf dünnem Eis. Sollte XRP unter die Marke von 2,00 US-Dollar fallen und dort schließen, kippt das Bild schlagartig. Dann drohen nicht nur Gewinnmitnahmen, sondern eine Rückkehr in eine längere Seitwärtsphase oder sogar ein erneuter Abverkauf.

Diese Marke ist jetzt der emotionale Kipppunkt für den Markt.

Fazit: XRP ist ruhig – und genau das macht ihn gefährlich

Ripple bewegt sich derzeit nicht spektakulär, sondern methodisch. Fünf Tage Kursgewinne, Milliarden an ETF-Kapital, steigendes Futures-Interesse – das ist kein Zufall. Das ist Vorbereitung.

Aber der Markt steht an einer Weggabelung. Gelingt der Ausbruch über die entscheidenden Widerstände, könnte XRP schneller Fahrt aufnehmen, als viele erwarten. Scheitert er, wird Geduld gefragt sein – oder eiserne Disziplin.

Eines ist sicher: XRP ist zurück auf dem Radar. Und wer jetzt nicht hinschaut, könnte die entscheidende Bewegung verpassen.

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